Mit einem kleinen Festakt feierten am Freitagnachmittag der Diakonieverein Öflingen mit Freunden, Nachbarn und künftigen Bewohnern die Einweihung des neuen Wohnheims für behinderte Menschen in der Kreuzmattstraße. Noch sind die Räume leer und wirken kühl, doch in den nächsten Wochen und Monaten werden sie sich füllen. Für einen ersten wärmenden Gruß sorgten die Bewohner selbst: Der „Straßenmusikerchor der Öflinger Diakonie“ machten mit einigen Liedern auf humorvolle Weise deutlich, dass es ein Gebäude zum Wohlfühlen geworden ist. Dass mit Heidrun Meier die Vertreterin des Heimbeirats das erste Grußwort sprechen durfte, machte deutlich, dass es tatsächlich die Bewohner sind, die im Mittelpunkt stehen.

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Der Vorsitzende des Diakonievereins Rainer Kaskel blickte zurück auf die lange Vorgeschichte und vielen Schwierigkeiten des Baus: Von der ersten Bauvoranfrage im Jahr 2014, über die erschwerten Vorgaben durch Hochwasser- und Brandschutz und auch die Probleme, als sich die städtische Hauptwasserleitung nicht dort befand, wo sie sich laut Plänen eigentlich befinden sollte. Kaskel sprach seinen Dank allen am Bau Beteiligten aus: Vom Architekten Franz Michler, über die Vertreter des Landratsamts bis hin zur Hanna und Paul-Gräb-Stiftung, die einen erklecklichen Beitrag zur Finanzierung beisteuerten.

Einweihung des Wohnheims.
Einweihung des Wohnheims. | Bild: Obermeyer, Justus

Der Stiftungsvorsitzende Ulrich Delhey dankte vor allem der Wehrer Ehrenbürgerin Anne-Sophie Mutter, die mit ihrem mittlerweile siebten Benefizkonzert dafür sorgte, dass die Stiftung trotz Niedrigzinsphase ihr Kapital erhöhen konnte. „Ich hoffe, wir können Anne-Sophie Mutter noch für viele Benefizkonzerte gewinnen“, meinte Delhey angesichts der bevorstehenden Aufgaben. Dem Diakonieverein attestierte er eine „super Arbeit“.

Die obligatorische Schlüsselübergabe von Architekt Franz Michler an die Heimleiterin Ulla Krug. Bilder: Justus Obermeyer
Die obligatorische Schlüsselübergabe von Architekt Franz Michler an die Heimleiterin Ulla Krug. Bilder: Justus Obermeyer | Bild: Obermeyer, Justus

Dies bestätigte auch Architekt Franz Michler. Das Vorstandsteam aus Rainer Kaskel, Siegfried Tröndle und Wolfgang Kemmerling habe sich mit großem Fachwissen und Entscheidungsfreude in die Planung eingebracht.

Einweihung des Wohnheims.
Einweihung des Wohnheims. | Bild: Obermeyer, Justus

Bürgermeisterstellvertreter Paul Erhart sprach in seinem Grußwort für die Stadt Wehr von einem „besonderen Tag für die Diakonie“. Die Arbeit des Trägervereins strahle weit über die Grenzen Wehrs hinaus. „Das kommt auch unserer Stadt zugute, diese Auswirkung sollte man nicht unterschätzen.“ Die Sozialdezernentin des Landkreises Sabine Schimkat betonte, dass es dem Diakonieverein gelinge, trotz der erhöhten Anforderungen der Heimbauverordnung alle Wohnheimplätze zu erhalten – diesen beschwerlichen Weg gehe nicht jeder Wohnheimträger. „Über manche Vorschrift kann man sicher geteilter Meinung sein, aber insgesamt ist die Verordnung ein Fortschritt für die Bewohner.“

Einweihung des Wohnheims.
Einweihung des Wohnheims. | Bild: Obermeyer, Justus

In einer Andacht bat der evangelische Pfarrer Martin Rathgeber um einen „Segen für den Geist, der in diesem Haus wirken soll.“

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Der Neubau

Der 2,33 Millionen Euro teure Neubau war notwendig, um die 2009 beschlossenen Vorgaben der Landesheimbauverordnung umzusetzen. So sind seit Beginn dieses Jahres beispielsweise Doppelzimmer untersagt; die Mindestquadratmeterzahl wurde von zwölf auf 14 Quadratmeter erhöht. Für den Träger des Öflinger Hauses der Diakonie, den Diakonieverein, bedeutet dies eine enorme Herausforderung: In einem ersten Schritt wurde der Neubau in der Kreuzmatt erstellt, der künftig 24 geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen Platz bieten soll. Das Heim ersetzt zum einen die Außenstelle in Hottingen, dient aber auch für Bewohner der Häuser „Detlef“ und „Carola“ als Ausweichquartier. Denn hier steht mit einem weiteren Neubau das nächste Projekt des Diakonievereins an.

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