Der Maler Karl-Heinz Brakat hat sein Hobby, welchem er seit vielen Jahren hingebungsvoll nachgeht, zu seinem Beruf gemacht. Die Ausstellung im Stadtmuseum Wehr zeigt eine gelungene Auswahl von Brakats Schaffen, das künstlerisch zwischen allen Techniken und Stilen zu schweben scheint.

Schon seit seiner Jugend habe ihr Vater ein Faible für Farben und Formen gehabt, erzählt Birgit Schulte, die Tochter von Brakat, bei ihrer persönlichen Laudatio auf ihren malerisch begabten Vater. So sind es dann auch die Farben jedes einzelnen Bildes, die auf den Betrachter eine besondere Wirkung haben.

Bilder bringen Eigensinn zum Ausdruck

Einerseits führen Brakats Bilder in die surrealistische Welt, wo Farben und Formen ein scheinbares Eigenleben entwickeln. Hier kommt auch Brakats künstlerischer Eigensinn zum Ausdruck. Denn er lässt sich nicht auf eine Technik festlegen, vielmehr sind Teile seiner Ausstellung auch eine Darbietung über Brakats Handwerk, das klassische Mal-, Misch- und Spachteltechniken vereint.

Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwinden

Andererseits sind manche Werke wiederum expressionistisch gehalten. Hierbei sind es realweltliche Eindrücke, die der Maler verarbeitet, wie beispielsweise seine Interpretation der schillernden Glücksspielstadt Las Vegas. Die Grenzen zwischen dem Tatsächlichem und dem Fantasievollen verblassen.

Abseits der modernistischen Ausdrucksformen, finden sich in der Ausstellung auch Bilder klassischer Malerei wieder. Vor allem Tiere und unberührte Landschaften haben es Brakat angetan. Immer wieder blickt der Besucher in die Weiten der rohen Natur oder wird umgekehrt aus dem Bild heraus von einem Tierblick anvisiert.

Elefantenauge wacht über die Besucher

Es braucht also ein waches Auge um die Vielfalt von Brakats Schaffen gründlich zu erkennen – ein Motiv, dass der Maler auch in der Installation seiner Werke umgesetzt hat: noch vor den eigentlichen Ausstellungsräumen kommt der Museumsbesucher an einem Elefantenauge vorbei, das in seiner übergroßen Darstellung ein Symbol dafür ist, die Ausstellung, aber ebenso alles um einen herum, genau anzusehen.

Für Brakat – den Maler aus Leidenschaft – hat sich mit seiner ersten Ausstellung in seiner Wahlheimat Wehr ein Wunsch erfüllt. Bestimmt 300 Bilder habe er in seinem Leben schon gemalt, höchste Zeit also ein Querschnitt dieser Arbeit der Öffentlichkeit zu zeigen.