Für individuelle Förderung gibt es an der Realschule Wehr aktuell fünf ehrenamtliche Lernbegleiter. Seit Anfang 2000 läuft die direkte Lernhilfe bereits und Bedarf sowie Interesse sind weiterhin hoch. „Ursprünglich ist die Lernbegleitung eingeführt worden, um Hauptschülern auf ihrem Weg zum Abschluss zu helfen“, erklärt Hasselblatt. Aktuell seien es vor allem Schüler mit Migrationshintergrund, die eine individuelle Förderung in Deutsch, Englisch oder Mathematik benötigen. 

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„Auf Rückmeldung der Lehrer nehmen wir zu Beginn des Schuljahrs Kontakt mit den Schülern auf“, sagt Hasselblatt. Dabei sei die Mitwirkung des Schülers feste Voraussetzung: Wer nicht mitarbeitet oder mehrfach unentschuldigt fehlt, verliert seinen Platz. Mehrheitlich wird die Förderung aber gut angenommen, weiß Lernbegleiterin Liane Fröhle: „Die Schüler sind oft überrascht, was sie alles können, wenn sich jemand Zeit für sie nimmt.“ Die Lernförderung findet während der Schulzeit statt. So kann ein Schüler Einzelunterricht parallel zum Fachunterricht seiner Klasse bekommen. Oder der Schüler nimmt nicht am Sportunterricht oder an einem anderen Fach teil und arbeitet in dieser Zeit mit den Lernhelfern.

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Insgesamt sind es vier bis fünf Stunden pro Woche, erklärt Hasselblatt. „Eigentlich ist es auch viel Lebensbegleitung“, erklärt Liane Fröhle. Denn die Lernbegleiter helfen auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder arbeiten mit den Schülern an ihrer Selbst­organisation, Disziplin und Ausdauer, um den Schulalltag zukünftig auch alleine gut zu bewältigen, erklärt Lernbegleiterin Margret Schulze. „Manchmal geht es auch in eine ganz andere Richtung“, fügt Lernbegleiter Klaus Marksteiner hinzu. Der Pensionär ist seit mehr als 14 Jahren dabei und erinnert sich an viele berührende Momente. Etwa an das türkische Mädchen, das Fragen zum Christentum hat. Oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die bei einem Lob regelrecht aufblühen.

Manchen sei die Hilfe erst unangenehm, berichtet Liane Fröhle. Doch wenn dann die Noten besser werden, zeigen plötzlich auch die Mitschüler Interesse an der Lernbegleitung. Darum betreuen die meisten Lernbegleiter auch mehrere Schüler parallel, um möglichst viele Jugendliche auf ihrem Weg zu einem Abschluss zu unterstützen. Weitere Helfer sind darum immer willkommen. Wer Interesse daran hat, sich als Lernbegleiter zu engagieren, sollte viel Freude an der Arbeit mit Jugendlichen mitbringen, erklärt Benita Hasselblatt. Wichtig sei außerdem hinreichend Zeit, etwa als Frührentner, und ein solides Allgemeinwissen. Der Kontakt zur Koordinatorin Benita Hasselblatt ist über das Sekretariat der Realschule unter der Telefonnummer 07762/70 89 90 oder per E-Mail (sekretariat.gms@schulen-wehr.de) möglich.