(hjb). Heute vor genau 80 Jahren feierte Pfarrer Kurt Erhart seine Primiz in der Sankt-Martins-Kirche. Das war am 29. März 1936. Nur wenige Tage zuvor war der gebürtige Wehrer zusammen mit 59 anderen Kandidaten im Freiburger Münster zum Priester geweiht worden. Seine Herkunft hat Erhart nie vergessen und immer Kontakt zu seiner Heimatgemeinde gehalten. Zuletzt hatte sich der absolute Senior unter den Priestern der Erzdiözese Freiburg vor fünf Jahren in der Stadt seiner Kindheit und Jugendjahre aufgehalten. 2011 konnte er nämlich sein Kronjuwelenjubiläum feiern. Nun hat er mit 80 Priesterjahren das Eichenjubiläum erreicht.

Erharts diesjähriges Jubiläum ist so einmalig wie dessen Alter. 104 Jahre zählt der am 18. November 1911 in Wehr Geborene inzwischen. Er hält alle Rekorde, was seine Lebensjahre und sein Priesteramt betreffen. Seine Eltern waren der bekannte Wehrer Kaufmann Theodor Erhart und dessen Frau Marie, geborene Thomann. Die Priesterweihe empfing er am 22. März 1936 in Freiburg von Erzbischof Konrad Nörber. Seine Primiz in Wehr konnte Erhart äußerlich nicht so feiern, wie er es gerne gehabt hätte, denn da hatten die damaligen Nazi-Machthaber etwas dagegen. Aber sie fiel dennoch festlich aus. Die Wehrer Katholiken feierten trotz Druck und Repressalien alle mit. Erhart war danach Vikar in Wolfach und Präfekt in Sasbach. Er wurde Soldat. Nach dem Krieg war er in Lörrach und Weil als Vikar. Er wurde Rektor der Caritas-Kinderheilstätte auf dem Feldberg und Pfarrverweser in Kollnau, Pfarrer in Schliengen und Herbolzheim und bis zu seiner Pensionierung in Donaueschingen. Auch nach 1981 blieb er Seelsorger mit wechselnden Aufgaben. Er übernahm Ferienvertretungen und Aushilfen, gelegentlich auch in Wehr. Pfarrer Erhart lebt heute im Anne-Burda-Seniorenstift in Offenburg. An seinem Alterssitz in der Ortenau feierte er auch das bis dato einmalige Jubiläum.