Die Kampagne, bei der Wehrer Bürgermeisterwahl seinen Stimmzettel ungültig zu machen, ist ungewöhnlich und beispiellos. Das Ziel ist klar: Der oder die Initiatoren wollen mit einer hohen Zahl ungültigen Stimmen ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen und dem Amtsinhaber einen Denkzettel verpassen. Das mag legitim sein, konstruktiv ist es nicht. Statt sich eine Woche vor der Bürgermeisterwahl über die mangelhafte Kandidatenauswahl zu beklagen, hätten die betreffenden Personen schon längst selbst geeignete Kandidaten suchen können. Einige politische Akteure in Wehr sollen tatsächlich im vergangenen Jahr intensiv auf der Suche gewesen sein. Dass sich am Ende niemand fand, ist aber nicht denjenigen anzulasten, die nun auf dem Wahlzettel stehen.

Was bei dem Inserat aber besonders negativ aufstößt, ist, dass die Urheber auf ihre Anonymität bestehen. Statt ihre Kritik mit offenem Visier vorzutragen, bleiben sie in einer Deckung und agieren wie Heckenschützen. Das hat keinen politischen Stil.

Bei zwei Kandidatenvorstellungen in der kommenden Woche haben die Unzufriedenen noch Gelegenheit, ihre Kritik offen zu formulieren. Ich bin gespannt.

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