Stimmengewirr erfüllte die festlich geschmückte Wehrer Stadthalle, auf den Tischen standen Kaffeegeschirr und Kuchenstücke bereit, und über die Leinwand flimmerten historische Fotografien der Stadt, die bei manchen Besuchern Erinnerungen an ihre Jugend weckten: Am Freitag fand der 48. Seniorennachmittag statt.

Rund 400 Senioren waren in die Stadthalle gekommen.
Rund 400 Senioren waren in die Stadthalle gekommen. | Bild: Michael Gottstein

Bürgermeister Michael Thater begrüßte die rund 400 Vertreter der älteren Generation, „die den Wohlstand, den wir heute genießen, erarbeitet hat“. Da sei es eine schöne Tradition, dass sich die Stadt mit den Seniorennachmittagen erkenntlich zeige. Die Stadt hatte Busse organisiert, welche die Senioren aus Wehr und Öflingen in die Stadthalle und am späten Nachmittag wieder zurück brachten. Mitarbeiter der Verwaltung schlüpften in die Rolle von Kellnern, Vertreter der Kirchengemeinden waren anwesend, und die Senioren genossen es, vertraute Gesichter wiederzuerkennen.

Bühne als Weihnachtsbäckerei

Außerdem hatten die Helfer ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm vorbereitet, durch das Bürgermeisterstellvertreter Paul Erhart führte. Besonderen Wert legte man darauf, dass alle Generationen einbezogen wurden – ein Gemeinwesen kann nur funktionieren, wenn sich Jung und Alt begegnen. Dafür sorgt beispielsweise der Kindergarten Seeboden. „Seit September besuchen unsere Kinder die Bürgerstiftung und musizieren mit den Bewohnern“, berichtete Leiterin Judith Frank. Und Heimleiter Boris Blazevic erklärte, dass die Musik die Senioren auf emotionaler Ebene anspreche. So präsentierten die Bewohner mit den Kindern mehrere Lieder, verwandelten die Bühne musikalisch in eine Weihnachtsbäckerei, und die Kinder schlugen mit Rasseln den Takt dazu, während die Senioren Tücher schwenkten und dabei ein Lächeln im Gesicht hatten.

Die Kinder aus dem Kindergarten Seeboden und Senioren des Altenwohnheims Wehr traten gemeinsam auf.
Die Kinder aus dem Kindergarten Seeboden und Senioren des Altenwohnheims Wehr traten gemeinsam auf. | Bild: Michael Gottstein

Das Gartenchörle – eine Vereinigung sangesfreudiger und geselliger Gartenfreunde – sang Loblieder auf die Gemeinschaft, das Wehratal und die Macht der Musik. „Ich glaube, man hört, dass sie mit Freude musizieren“, meinte Paul Erhart. Die darstellende Kunst war durch die Tanzgruppe Iris Jäger vertreten, und die alemannische Sprache wurde durch die Gedichtvorträge von Relinda Schmitz gepflegt. Sabine Kramer-Rempe las eine Weihnachtsgeschichte vor, und auch die Jugendkapelle der Stadtmusik Wehr erwies den Senioren ihre Reverenz.

Auch das Gartenchörle war mit von der Partie.
Auch das Gartenchörle war mit von der Partie. | Bild: Michael Gottstein