Manchmal sind es die kleinen Schritte die letztlich zu großen Erfolgen führen. Darauf hofft auch die Interessensgemeinschaft Bahnhof Brennet, die sich derzeit in einer unfreiwilligen Vermittlerrolle zwischen Stadt Wehr und Deutscher Bahn sieht. "Uns ist es gelungen, die Stadt Wehr und die Bahn an einen Tisch zu bekommen", sieht IG-Sprecher Klaus Denzinger nun einen dieser kleinen Schritte, dem nun aber noch einige größere folgen müssen, um das große Ziel der IG – die Erhöhung der Fahrgastzahlen am einzigen Wehrer Bahnanschlusspunkt – zu erreichen. Für Anfang März hat die IG Bahnhof nun Wolf-Dieter Sutter, Leiter des Bahnhofsmanagement Freiburg der Deutschen Bahn, zu einem Gespräch nach Wehr eingeladen. Nachdem der Termin feststand, hat auch die Stadt umgehend zugesagt.

Schon seit Jahren weist die IG Bahnhof auf die schlechten Zustände rund um den Brenneter Bahnhalt hin – doch bei den Verantwortlichen von Stadt und Bahn waren bislang nur wenige Verbesserungen zu erreichen. Vor allem in punkto Erscheinungsbild und Benutzerfreundlichkeit sieht die Gruppe noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Doch bei Stadt und Deutscher Bahn verweise man gern auf den jeweils anderen, wenn es um die Verantwortlichkeiten und vor allem um die Übernahme der Kosten geht, erklärt Denzinger. Dabei sind es gar keine großen Summen, die investiert werden müssten, um den Bahnhalt in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Gerade mal 10000 Euro kalkuliert die IG für Dampfstrahlen, neue Farbe und die Reparatur der Treppenabsätze an den Unterführungen.

Der Bahnhof Brennet hat schon bessere Zeiten gesehen.
Der Bahnhof Brennet hat schon bessere Zeiten gesehen. | Bild: Justus Obermeyer

Mehrfach hatte Bürgermeister Michael Thater schon darauf hingewiesen, dass die Bahn ein sehr schwieriger Gesprächs- und Verhandlungspartner sei. Die Stadt sei zudem nicht für die Reinigung fremder Flächen verantwortlich, zum zweiten drohe die Gefahr, dass die Bahn daraus eine Verkehrssicherungspflicht ableite. Auch die von der IG Bahnhof gewünschte Ausschilderung des Parkplatzes auf der Südseite der Geleise sei Sache der Bahn, ließ Thater im vergangenen September im Gemeinderat wissen. Eine Haltung, die die Vertreter der IG Bahnhof nicht teilen. "Es liegt doch im vitalen Interesse der Stadt, dass sich die Situation am Bahnhalt Brennet verbessert", so Denzinger. Er hofft, dass in dem Gespräch im März zum einem die vertraglichen Regelungen auf den Tisch kommen, auf der anderen Seite schnell und pragmatisch Lösungen für die Probleme vor Ort gefunden werden.

Seit nunmehr sechs Jahren engagiert sich die Interessengemeinschaft Bahnhof Brennet für den einzigen Wehrer Bahnanschluss. Das Ziel: Die Fahrgastzahlen sollen so erhöht werden, dass in Brennet nach erfolgter Elektrifizierung der Hochrheinstrecke auch Interregiozüge halten. Derzeit steigen in Brennet täglich 800 Fahrgäste ein und aus – das ist natürlich noch viel zu wenig. „Jetzt müssen alle Beteiligten ihre Hausaufgaben machen“, nur dann könne es gelingen, den Bahnhalt Brennet aus dem Schattendasein herauszubringen. "Ich weiß, dass da noch dicke Bretter zu bohren sind."