Von den acht neu gewählten Wehrer Stadträten ist er sicher der bekannteste: Hans-Peter Zimmermann. „Ich bin ein Vereinsmensch“, sagt Zimmermann von sich selbst. Zehn Jahre war er erster Zunftrat der Narrenzunft, davor stand er an der Spitze der Bären. Außerdem singt „HPZ“ seit vielen Jahren aktiv im Männerchor Wehr mit. Die Stadt kennt er als Ur-Wehrer wie seine Westentasche, nicht nur aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Immobilienkaufmann. „Ortskenntnis ist durch nichts zu ersetzen“, so Zimmermann.

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Für die FDP kandidierte der 73-Jährige im Mai zum ersten Mal für den Gemeinderat und wurde auf Anhieb gewählt. Ein neues Kapitel ist die Kommunalpolitik für ihn aber nicht: „Ich gehörte viele Jahre der CDU an, bin aber vor zwei Jahren ausgetreten, weil zu wenig gemacht wurde“, so Zimmermann. Damals habe er aber noch nicht gewusst, dass er für sich für die FDP aufstellen lasse, versichert er. Dies habe sich erst im vergangenen Jahr ergeben.

Zimmermann gilt schon seit einigen Jahren als kritischer Beobachter der Stadtpolitik. Es gab kaum eine Bürgerversammlung, in der sich nicht zu Wort meldete und auch mal den Finger in eine Wunde legte. Nun übernimmt er als Stadtrat selbst Verantwortung. „Nicht nur meckern, sondern auch mitgestalten“ – das war der Beweggrund für seine Kandidatur. Kritisch will er dennoch bleiben, aber Kritik dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse auch etwas bewegen.

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Als wichtigstes Thema nennt er „Handel, Gewerbe, Arbeitsplätze“, also die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Wehr – „denn davon lebt schließlich die Stadt“. Zimmermann ist selbst Unternehmer, gründete vor fast 30 Jahren sein eigenes Immobilienbüro IMS-Bit und machte aus ihm eines der größten Hausverwaltungen im Dreiländereck. Die Stadt solle sich stärker für Ansiedlungen von Gewerbebetrieben einsetzen, fordert Zimmermann. „Ich will das Gewerbe unterstützen, wo es geht.“ Kaum eine Stadt am Hochrhein habe so viele freie Gewerbeflächen zur Verfügung wie Wehr, so Zimmermann. Dass dies vor allem an den aktuellen Brachflächen der früheren Textilindustrie liegt, verkennt er nicht. „Die Planung für das Brennet-Areal in Wehr muss man realisieren, das ist eine große Chance für Wehr“. Aber auch das frühere Werk in Brennet sollte möglichst schnell in eine neue Nutzung kommen. Hier sollte die Stadt den Eigentümer unterstützen, meint Zimmermann. Denn: „Jede einzelne Firma bereichert unsere Gemeinschaft.“

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Mehr Engagement der Stadt fordert der 73-Jährige auch in Sachen Bahnhof Brennet. „Wir können nicht warten bis die Strecke elektrifiziert ist.“ Dies gelte sowohl für das Bahnhofsgebäude als auch den Park&Ride-Platz.

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