Für eine Primiz gibt es keinen geeigneteren Termin als Pfingsten, das als Geburtstag der Kirche gilt. Unter großer Anteilnahme der Gläubigen feierte Julian Donner am Wochenende seine Heimatprimiz und damit gewissermaßen seinen Geburtstag als Priester.

Die Feier begann mit einer Vesper am Samstagabend, in der das neue Messgewand gesegnet und übergeben wurde. Julian Donner hatte sich als Wahlspruch das Zitat "Bindet den Esel los, der Herr braucht ihn" ausgewählt. Damit beweise der Primiziant Humor, aber dieses Zitat habe auch einen tieferen Sinn, sagte Hasels evangelischer Pfarrer Clemens Ickelheimer. Christus sei – wie die Könige Israels – auf einem Esel geritten, und daher sei Julian Donner als Neupriester ebenfalls ein Christusträger, ein Christophorus.

Der Primiziant wurde in der Ackerrainkapelle abgeholt und in einem Prozessionszug zur St.-Martins-Kirche begleitet.
Der Primiziant wurde in der Ackerrainkapelle abgeholt und in einem Prozessionszug zur St.-Martins-Kirche begleitet.

Glück mit dem Wetter hatte die Gemeinde am Pfingstsonntag, als sie den Primizianten in der Ackerrainkapelle abholte und in einer Prozession zur St.-Martins-Kirche geleitete. Den Gottesdienst zelebrierte er zusammen mit Stadtpfarrer Matthias Kirner, Diözesanjugendpfarrer Christian Müller, Diakon Robert Roth aus Freiburg, der Gemeindereferentin Barbara Heimpel und der ehemaligen Pastoralreferentin Anja Drechsle.

Weil Julian Donners Familie aus dem Sauerland stammt und erst 2006 nach Hasel gezogen war, waren auch Geistliche aus Nordrhein-Westfalen gekommen, die ihn auf seinem Weg begleitet hatten, nämlich Monsignore Bernhard Schröder, der ehemalige Leiter des Internats in Attendorn, sowie der Franziskanerpater Norbert Siwinski aus Duisburg, der sich in der Predigt an seine eigene Primiz und den "Anforderungskatalog" erinnerte, den man an einen Priester stellt.

Zahlreiche Gottesdienstbesucher gratulierten Julian Donner zu seiner Primiz.
Zahlreiche Gottesdienstbesucher gratulierten Julian Donner zu seiner Primiz.

Er müsse Vertrauen auf Gott haben, selbst vertrauenswürdig sein, die richtigen Worte finden, theologisch gebildet und geschickt im Umgang mit Menschen sein, organisatorisch-praktische Fähigkeiten haben und mit möglichst wenig Schlaf auskommen. "Von Priestern wird viel erwartet, und nur wenige gehen heute diesen Weg." Er selbst habe es nie bereut, sondern sei glücklich. Er betonte, dass man nicht aus eigener Willensentscheidung Priester werde, sondern von Gott berufen sei – "und zwar nicht, weil man so gut ist, sondern weil Gott barmherzig ist".

Der Primiziant wurde in der Ackerrainkapelle abgeholt und in einem Prozessionszug zur St.-Martins-Kirche begleitet.
Der Primiziant wurde in der Ackerrainkapelle abgeholt und in einem Prozessionszug zur St.-Martins-Kirche begleitet.

Bürgermeister Michael Thater überbrachte Grüße und Glückwünsche der Stadt und meinte, die Primiz sei auch ein großer Tag für die politische Gemeinde. Der evangelische Pfarrer Peter Hasenbrink gratulierte im Namen der Protestanten und überreichte dem Neupriester ein evangelisches Gesangbuch, denn: "Wir singen das gleiche Lob, wenn auch nicht immer dieselbe Stimme." Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Magdalena von Schönau gab der Freude und Dankbarkeit Ausdruck, versicherte dem Primizianten, dass die Gemeinde ihn in ihr Gebet einschließen werde und bat ihn, die Heimat nicht zu vergessen. Julian Donner dankte allen, die ihn auf seinem Weg begleitet und den Gottesdienst mitgestaltet hatten.

Die Stadtmusik Wehr gab zu Ehren des Primizianten ein Ständchen.
Die Stadtmusik Wehr gab zu Ehren des Primizianten ein Ständchen.

Der Kirchenchor St. Martin, ein Orchester, der Organist Patrick Gläser sowie die Solisten Sibylle Schaible (Sopran), Sibylle Kamphues (Alt), Luca Festner (Tenor) und Linus Fischer (Bass) führten unter Leitung von Elisabeth Schlegge-Weidt unter anderem die Missa in D von Johann Valentin Rathgeber auf. Nach dem Primizsegen gab die Stadtmusik vor der Kirche ein Ständchen, und beim Pfarrfest boten sich Gelegenheiten zum Gespräch. Bei der Dankandacht am späten Nachmittag spendete der Neupriester den Einzelprimizisegen.