Das Dreigemeindeneck Eichbühl liegt unscheinbar auf dem Dinkelberg. Die einstigen kommunalen Grenzen liegen heute inmitten der neuen katholischen Seelsorgeeinheit. Die Wiesen boten den gewünschten Ort für einen Feldgottesdienst mit Erzbischof Robert Zollitsch.

Erzbischof im Ruhestand heißt nicht, die lebenslangen priesterlichen Aufgaben zu vernachlässigen. Der besondere Gottesdienst war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Nur, wenn es ihm immer geboten und möglich ist, möchte Zollitsch gerne in der näheren Umgebung seiner Visitationen und Besuche eine Wanderung machen. Bei den drei Teilpfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit war rasch die Idee geboren, mit einer Sternwanderung auf den Eichbühl ihre zusammenwachsende Gemeinschaft zu begehen. Sprichwörtlich – drei Wanderwege und ein Ziel. Und ganz unkompliziert ging Zollitsch mit auf den Dinkelberg. Vom Enkendorf ist es rauf gegangen und etwa vierzig Wehrer Kirchgänger sind zu Feldgottesdienstgängern geworden. Rasch war das direkte Gespräch miteinander möglich. Da vor dem Hochamt noch ausreichend Zeit war, kamen die Öflinger und Schwörstädter auch ins Gespräch mit dem emeritierten, also dem Erzbischof, der in den Teilruhestand gegangenen ist. Samt Fahrdienst und privaten Fahrgemeinschaften versammelten sich schlussendlich über 300 Gläubige vor dem von den Pfadfinder gestalteten Altar. Ein aus frisch geschlagenem Birkenholz gefertigtem Kreuz zierte das Gewann.

Das komplette Seelsorgeteam um Pfarrer Matthias Kirner, 31 Ministranten, Organist Bernhard Griener, Pater Paul Sobotka und der Kirchengemeinderat um die Vorsitzende Magdalena von Schönau hatte bei sommerlichen Temperaturen die Schar um den Altar gebildet. Ein besonderer Moment für alle Beteiligten, den „Schöpfer dieser Einheit“ begrüßen zu könne, wie es von Schönau als Grußwort wählte. Zollitsch ging in seiner Predigt darauf ein: für ihn ist es ein besonderes Zeichen, nicht nur an diesem Ort sein zu können, sondern gleichzeitig so viele Kirchgänger begrüßen zu können. Ein Feldgottesdienst sei auch immer ein vor Augen geführtes Bündnis zwischen Umwelt und Menschen.

Mitorganisator Hans Loritz dankte vor dem Schlusssegen für die „klare Sprache, auf was es uns ankommt“. Im Anschluss beim gemeinsamen Mittagessen mischten sich die Gläubigen. Auch Zollitsch stärkte sich bei einem Teller Gulaschsuppe und blieb etwas länger auf dem Dinkelberg.