Eine lange Vereinstradition steuert ihrem Ende entgegen. Der Gesangverein Eintracht Öflingen hat bei seiner jüngsten Hauptversammlung am Dienstag das Ende seiner öffentlichen Auftritte bekannt gegeben. Der zum letzten Mal gewählte Vereinsvorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Peter Maszurimm, Kassierer Manfred Güll, Schriftführer Michael Sutter und Beisitzer Herbert Trefzger, will im kommenden Jahr die Entfernung aus dem Vereinsregister und damit die Auflösung des Vereines in die Wege leiten

Es ist ein wenig wie beim Fußball. Namhafte Clubs in finanziellen und sportlichen Krisen müssen immer wieder feststellen, dass Tradition keine Tore schießt. Nur drei Jahre nach den grandiosen Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150. Bestehen des Gesangvereines muss sich auch die Eintracht Öflingen eingestehen: Die personelle Substanz, um Gesangsauftritte zu meistern und Veranstaltungen erfolgreich zu organisieren, ist nicht mehr gegeben. "Es macht einfach keinen Spaß mehr", erklärte ein sichtlich enttäuschter Vorsitzender. Überalterung, die Gesundheit vieler Sängerkameraden und fehlender Nachwuchs fordern ihren Tribut. Den zahlreichen Versuchen, neue Sänger zu werben und vor allem jüngere Männer für den Gesang zu begeistern, war kein Erfolg beschieden. Bemühungen seien immer wieder gescheitert. "Es tut mir sehr leid", betonte Maszurimm. "Aber ich kann es nicht ändern."

Der Vorstand des Gesangvereins, der vor drei Jahren noch die Organsiation des 150-jährigen Jubiläums schulterte: Manfred Güll, Michael Sutter und Peter Maszurimm. (v.l.).
Der Vorstand des Gesangvereins, der vor drei Jahren noch die Organsiation des 150-jährigen Jubiläums schulterte: Manfred Güll, Michael Sutter und Peter Maszurimm. (v.l.). | Bild: Hrvoje Miloslavic

Drei Auftritte will der Gesangverein noch absolvieren: Neben dem Volkstrauertag am Sonntag, 18. November, stehen Einsätze in den Gottesdiensten der evangelischen Kirche in Öflingen am Sonntag, 9. Dezember, sowie in der katholischen Kirche in Wallbach am dritten Advent, 16. Dezember, auf dem Restprogramm. Ein letztes Mal werden die Sänger der Eintracht auch dem Hause der Diakonie ihren traditionellen Adventsbesuch abstatten.

Das werde es dann aber gewesen sein, kündigte Maszurimm an: Auftritte wird es ab dem kommenden Jahr keine mehr geben. In beiderseitigem Einverständnis ist dem langjährigen Dirigenten Marin Setz bereits die Kündigung überreicht worden. Der Vereins- und Proberaum im Feuerwehrgerätehaus wird aufgegeben. Denjenigen Kameraden, die weiterhin als Sänger aktiv bleiben möchten, empfahl Maszurimm den Wechsel zu den Sängerkameraden vom Frohsinn Wallbach, mit denen seit über zehn Jahren eine Kooperation unter dem gemeinsamen Dirigenten Setz bestand. Wert legt der Verein auch auf die korrekte Abwicklung ihres Abganges: Die Stadtverwaltung sei bereits informiert worden, dass der städtische Vereinszuschuss zurückgegeben werde, erklärte Maszurimm. Zur Verfügung stellen wollen die Sängerkameraden das Geld dem Förderverein der Grundschule Öflingen, die sich über 500 Euro freuen darf.

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Der große Dank Maszurimms ging an den Dirigenten Martin Setz, der im Laufe der vielen Jahre zu einem "echten Freund" gewachsen sei. Ein positives Resümee zog der Vorsitzende auch von der Zusammenarbeit mit der Wehrer Stadtverwaltung, der Maszurimm über den zur Versammlung erschienenen Bürgermeisterstellvertreter Paul Erhard seine Anerkennung ausrichten ließ.

"150 Jahre hat der Verein gelebt, und ich soll nun dieses Leben beenden", äußerte ein sichtlich geknickter Vorsitzender. "Das tut mir sehr leid". Von Maszurimms selbstkritischen Überlegungen, ob wirklich alles versucht worden sei, um die Vereinsauflösung abzuwenden, wollten Sängerkameraden und der Stadtvertreter jedoch nichts hören: "Es lag nicht an dir", stellte Erhard klar." Du kannst erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen."