Der kombinierte Rad- und Spazierweg zwischen dem Wehrer Flienken und Hasel wird nicht asphaltiert. Mit großer Mehrheit lehnte der Gemeinderat die Pläne des Landes ab, den knapp 2000 Meter langen Weg als Teil eines landesweiten Radwegenetzes auszubauen. „Wenn dieser Spazierweg an der Hasel entlang asphaltiert wird, gibt es Aufruhr in der Bevölkerung“, sprach Stadtrat Günter Hierholzer (CDU) für die große Mehrheit des Gemeinderats. Der Spazierweg werde sehr stark von Fußgängern, Kindern und Hundehaltern genutzt, ergänzte Angelika Buchmann-Flaitz (SPD).

Auch Bernhard Stockmar (CDU) sah Konflikte vorprogrammiert, wenn der Weg zur „Rennstrecke für schnelle Radfahrer“ ausgebaut werde. „Die großen Verlierer werden die Fußgänger sein“, so Peter Felber (FW).

Die Straßenbauverwaltung des Regierungspräsidiums sieht in dem Teilstück einen möglichen Lückenschluss der Radwegverbindung zwischen Schopfheim und Bad Säckingen und als Fortsetzung des erst im vergangenen Jahr ausgebauten Radwegs zwischen Schopfheim und Hasel. Das Ziel sei, alle Radfahrer von der Bundesstraße 518 herunterzubekommen, erklärte Bernd Murgul vom Regierungspräsidium Freiburg. Ursprünglich hatte die Behörde sogar einen vier Meter breiten Ausbau des Weges vorgeschlagen. Dies hatte die Stadt Wehr allerdings von vornherein abgelehnt. Murguls Kompromissvorschlag sieht nur eine 2,5 Meter breite Asphaltschicht vor. Außerdem soll durch den Verzicht auf Bankette ein etwa 1,5 Meter breiter Weg im bisherigen Zustand für Spaziergänger erhalten bleiben. Aber auch dieser vermeintliche Kompromiss vermochte nicht zu überzeugen: Günter Hierholzer merkte an, dass der Weg schon jetzt an manchen Stellen nur etwa zwei Meter breit sei. Selbst der Kompromissvorschlag brächte somit einen großen Eingriff in die Natur mit sich. Stattdessen solle doch das etwa 900 Meter lange unbefestigte Stück der Alten Schopfheimer Straße in Richtung Eichener Höhe asphaltiert werden.

Wolfgang Meier (Rep) merkte an, dass es zwischen Hasel und der Zelg bereits einen asphaltierten Weg gebe, den Radfahrer nutzen könnten. Ein Ausbau der Alten Schopfheimer Straße könne nur zu 50 Prozent aus Landesmitteln bezuschusst werden, erklärte Bernd Murgul. Der Weg entlang des Haselbachs könne aber zu 100 Prozent aus Bundesmitteln finanziert werden, weil er in Sichtweite zur Bundesstraße liege. Von den veranschlagten Kosten von 100 000 Euro müsste die Stadt nichts übernehmen, sie bekäme sogar noch einen Verwaltungskostenzuschuss von fünf Prozent, weil sie als Bauherrin auftrete. „Wir müssen nicht jedes Geschenk annehmen“, kommentierte Bürgermeister Michael Thater dieses Angebot. „Man merkt, dass dieser Plan am grünen Tisch entstanden ist.“