Was hat der Windpark Hasel mit einem Fußballspiel zu tun? Nicht viel, möchte man meinen, aber die Frage ist ja auch nicht ernst gemeint. Böse Zungen behaupten beispielsweise, die Windräder drehen sich nur 90 Minuten am Tag. Aber das ist jetzt gar nicht gemeint.

EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark bemühte immer wieder Fußballer-Vergleiche, wenn er nach dem Sachstand auf der Baustelle gefragt wurde: Als im Herbst der Zeitdruck für EnBW immer größer wurde, um die erhöhten Netzeinspeisungsentgelte zu bekommen, kündigte er an, man werde "bis zur letzten Spielminute kämpfen, auch wenn wir kurz vor Abpfiff 2:0 zurückliegen". Später, nachdem die Frist verstrichen war, benutzte er die Floskel der "Nachspielzeit, in der man wenigstens noch den Anschlusstreffer" schießen wolle. Das Ganze gelang zwar, aber so richtig rund lief es seitdem noch nicht im Team vom Haseler Glaserkopf. Meist stehen zwei von drei Windrädern still.

Bis zu den Sommerfreien solle sich dies ändern, hatte Stark vor zwei Wochen bei der offiziellen Einweihung des Windparks erklärt. Dann soll endlich eine Vereinbarung mit angrenzenden Landwirten vorliegen, die die Windkrafterzeugung auch tagsüber erlaubt.

Nun, die Sommerferien starten am Donnerstag, auch diesmal wird die Zeit bis zum Schlusspfiff knapp. Braucht EnBW wieder die Nachspielzeit? Oder gar eine Verlängerung? Offiziell wollte Ulrich Stark am Freitag keine Stellung zum Sachstand beziehen. Zu oft sei bei dem Windkraftprojekt Hasel schon etwas anders gekommen als geplant. Er klang aber durchaus optimistisch, als er den Grönemeyer-Hit zur Fußball-WM 2006 zitierte: Es sei nun endlich "Zeit, dass sich was dreht".