Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Der Öflinger Stefan Engel ist seit wenigen Wochen einer von acht neuen Wehrer Gemeinderäten. Nach seiner ersten Kandidatur vor fünf Jahren konnte er seine Stimmenzahl bei den diesjährigen Wahlen mehr als verdoppeln und zog mit 1425 Stimmen in das Hauptorgan der Stadt Wehr ein. Damit sind die Grünen nach fünfjähriger Unterbrechung auch in Öflingen wieder mit einem Rat vertreten. Seit zwölf Jahren ist Stefan Engel in Öflingen heimisch, geboren und aufgewachsen ist er in Grenzach-Wyhlen.

„Ich war schon immer politisch interessiert und stand eigentlich immer den Grünen nahe. Und das obwohl ich aus einem sehr konservativen Elternhaus komme“, erklärt Engel. Vor allem war es die Umweltpolitik und der Klimaschutz, die ihn überzeugte. Ein Thema, das die Politik nicht nur in Bund und Land fordert, sondern auch im Lokalen Veränderungen erfordere, beschreibt Engel seine Motivation, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Vor fünf Jahren habe ihn Vito Doria angesprochen, für die Wehrer Grünen zu kandidieren. Zur Erinnerung: 2014 gelang es dem grünen Ortsverband nur mit Mühe, eine Liste für die Gemeinderatswahl aufzustellen. Einer von drei Neuen, die damals das Fortbestehen einer grünen Liste sicherten war Stefan Engel. In den Gemeinderat wurde er zwar damals nicht gewählt, dafür übernahm er an der Seite der erfahrenen Regine Aisenbrey und Heiner Glaser ein Vorstandsamt im Stadtverband der Partei. Mittlerweile gilt er als die erfahrene Kraft im dreiköpfigen Vorstand: erst kürzlich besiegelten die Parteimitglieder den Generationswechsel und wählten mit Michael Bauder und Florian Goronzi zwei Neumitglieder an Engels Seite.

Eines der Themen, die er im Gemeinderat voranbringen will, ist der öffentliche Personen-Nahverkehr. Selbst für ihn als Öflinger sei es momentan komfortabler, mit dem Auto nach Schopfheim zu fahren und dort in den Zug zu steigen, als die Hochrheinbahn von Wehr-Brennet aus zu nutzen. „Der ÖPNV ist bei uns nur halb funktionsfähig“, so Engels Urteil zur Zuverlässigkeit und Pünkltlichkeit von Bussen und Bahnen. „Die Stadt hat vielleicht nicht den größten Einfluss, aber diesen sollten wir wenigstens nutzen.“

Gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen will er diskutieren, ober die Fraktion einen Antrag stellt, dass die Stadt den Klimanotstand ausruft. Damit sollen weitergehende Maßnahmen eingefordert werden, um die globale Erwärmung stärker als bisher einzudämmen. „Ein solcher Antrag muss dann natürlich gut vorbereitet werden“, so Stefan Engel.