Der frühere Direktor des Regionalverbandes Hochrhein-Bodensee, Franz Schwendemann, wird am heutigen Montag 80 Jahre alt. Der Jubilar hatte maßgeblich mitgewirkt, dass in Laufenburg die zweite Rheinbrücke gebaut und die Hochrheinbahnstrecke von Basel bis Waldshut mit einem zweiten Gleis ausgestattet wurde. Wenn nunmehr seit drei Jahren die Basler Straße 15 in Öflingen zu seinem Wohnsitz wurde, fühlt er sich aber immer noch mit Laufenburg verbunden. So ist er derzeit auch vielfach damit beschäftigt, zusammen mit dem Laufenburger Stadtarchivar Martin Blümcke die Zeit des dritten Reiches nachzuvollziehen und sie in einem Ergänzungsband zur dreibändigen Stadtgeschichte der Stadt Laufenburg der Nachwelt zu erhalten.

Aktiv in vielen Vereinen

Franz Schwendemann ist auch in seinem hohen Alter noch in mehreren Vereinen aktiv. Im grenzüberschreitenden ökumenischen Bildungswerk gehörte er zu den Männern der ersten Stunde und immer noch ist er im Lions Club, und gehört dem Laufenburger Museumsverein an. Auch beim Bad Säckinger Alpenverein ist er mit von der Partie. So werden noch öfters Wanderungen unternommen, wobei es ihm der Jakobsweg besonders angetan hat. Zu den beliebtesten Urlaubszielen gehören Italien mit seiner Vielzahl an Vulkanen in Süditalien und natürlich die Schweiz. Jeden Mittwoch trifft er sich in Laufenburg mit Altersgenossen, um in gemütlicher Runde zu diskutieren, oder auch gemeinsam Wanderungen oder Betriebsbesichtigungen zu unternehmen.

Liebe zur Kirchenmusik

Stets groß geschrieben war bei Franz Schwendemann die Liebe zur Kirchenmusik. Im Laufenburger Kirchenchor Heilig-Geist war er nicht nur über 50 Jahre Basssänger, sondern stand auch drei Jahrzehnte als Vorsitzender an der Vereinsspitze und viele Jahre war er auch Chronist. Seine Lieblingsgesangsstücke sind die Mozartmessen. Gerne erinnert er sich auch daran, wie man öfters gemeinsam mit dem Kirchenchor aus Laufenburg (Schweiz) Gottesdienste verschönte.

Blick in die Biographie

In Neustadt im Schwarzwald kam Franz Schwendemann auf die Welt. Zusammen mit seinen Eltern kam er dann nach Laufenburg, wo sein Vater Leiter des damaligen Landwirtschaftsamtes und der Landwirtschaftsschule war. Er machte in Bad Säckingen das Abitur und studierte dann in Freiburg und Basel Geografie und Geologie. Seine erste Anstellung hatte er dann bei der Planungsgemeinschaft Hochrhein. Das Aufgabengebiet mit überörtlichen Planungen, sei es von Straßen, Energieversorgung bis hin zu Krankenhäusern waren sensible Gebiete, die neben dem Können viel Fingerspitzengefühl erforderten. Als 1973 die zwölf Regionalverbände im Land gegründet wurden, kam es zu Zusammenlegungen, so dass Waldshut der Dienstsitz für die Landkreise Konstanz, Waldshut und Lörrach wurde. Dort ging seine berufliche Karriere steil aufwärts. Er wurde stellvertretender Verbandsdirektor und 1989 Verbandsdirektor. Für die grenzüberschreitenden Sachgebiete Energie und Verkehr war er verantwortlich, was nicht immer einfach war, wie er heute resümiert. 2003 ging er in Ruhestand. Immer noch ist öfters Franz Schwendemann in der Freiburger Universität im verkehrswissenschaftlichen Institut anzutreffen. Seine Vorträge sind nach wie vor gefragt.

Freude über Enkelkind

1969 heiratete Franz Schwendemann seine Frau Rita. Zwei Söhne kamen auf die Welt. In Niederhof wohnte die Familie. Dem Ortschaftsrat in Niederhof und dem Murger Gemeinderat gehörte er eine Wahlperiode an, ehe Laufenburg wieder zum Wohnsitz wurde. Auch im Ruhestand kennt der 80-jährige keine Langeweile. Nicht nur geistig, sondern auch körperlich ist er noch sehr fit. Viele mit Büchern verzierte Wände sorgen dafür, dass der Lesestoff bei dem Genuss eines guten Spätburgunders nie ausgeht. Zu seinen großen Freuden gehört, dass er seit eineinhalb Jahren ein Enkelkind hat.