Nicht einmal 40 Jahre waren ihm vergönnt, doch in seinem kurzen Leben hat der Liedermacher Roland Hofmaier eine stattliche Zahl von Werken geschaffen und viele Freunde und Bewunderer gewonnen. Kein Wunder also, dass auch 33 Jahre nach seinem Tod zahlreiche Gäste am Samstag in den kleinen Saal der Stadthalle kamen, um zusammen mit Erhard Zeh und Markus Manfred Jung des „alemannischen Barden“ zu gedenken.

Gebürtiger Franke

Erhard Zeh, der zwar gebürtiger Franke ist, aber seit seinem sechsten Lebensjahr im Südwesten lebt und daher als kulturell-linguistisch „integriert“ gelten kann, bezeichnete sein Idiom scherzhaft als „Beamten-Alemannisch“, erwies sich aber als einfühlsamer Hofmaier-Interpret und stellte in gut zwei Stunden eine stattliche Zahl von Liedern vor, die den Barden nicht nur von der heiteren Seite zeigten, sondern auch einen Blick in ernste und melancholische Abgründe gewährten. Der Dichter Markus Manfred Jung zeigte sich davon überzeugt, dass sich viele Hofmaier-Werke dauerhaft im Kanon des alemannischen Kulturgutes etablieren werden.

Roland Hofmaier

Roland Hofmaier wurde 1946 in Wehr geboren, zog 1962 mit seinen Eltern nach Haltingen, machte eine Lehre als Speditionskaufmann und arbeitete später als Werbetexter. Mit 15 Jahren fing er an, Gitarre zu lernen. Wie sehr er seinem Markgräflerland, wo man das breiteste Alemannisch spricht, verbunden war, zeigte das bewegende Lied, das Natur und kulturelle Wegmarken der Heimat beschreibt und in der Erkenntnis gipfelt: „Erschd in de Fremde merksch, was d’Heimat isch“. Auf leise Art beschrieb er auch die karge Zeit der Nachkriegsjahre, etwa in dem Lied über einen Buben, der zum Fleischkäsekauf in die Metzgerei geschickt wird und dort seinen Hunger stillt. Einerseits war Hofmaier dem Zeitgeist der 70-er und 80-er Jahre verhaftet, andererseits hinderte ihn seine „bodenständige Gelassenheit“, so Jung, daran, jeder Mode nachzulaufen – vor allem beim Kleidungsstil, der ihm den Appell an die Mädchen, „sich nicht so wüst zu machen“ entlockte.

Aus dem Leben gegriffen

Besonders eindrücklich war das Lied „Einewäg“, das von Versagen und Schuld handelt, aber auch von Liebe und Zärtlichkeit, die sich über die Unzulänglichkeit hinwegsetzt. Ein tieftrauriges Lied war „Lauf, Rössli, lauf“, in dem ein voller Ungeduld heimkehrender Soldat in der Heimat eine bittere Enttäuschung erleben muss. Und so sehr sich der Sänger über kleine Dinge freuen konnte, so geriet er über die wichtigen Dinge – Umweltverschmutzung und Atomwaffen – in Rage, wie sein derbes Lied über den Teufel zeigte. „Hofmaiers Texte waren aus dem Leben gegriffen, er war ein stimmiger Mensch, dem man abnahm, was er vortrug“, meinte Jung. Und Erhard Zeh sagte, dass Hofmaiers Karriere vermutlich zu höherem Ruhm geführt hätte.

Erlös für Granja El Ceibo

Trotz zunehmender Bekanntheit „blieb er stets der Hofi, der nie mehr sein wollte“, keine Allüren gehabt habe, dafür ein ehrliches Interesse an seinen Mitmenschen. Mit Gedichten von Markus Manfred Jung, Gerhard Jung, Werner Richter und Inge Tenz wurde der Abend abgerundet. Der Erlös des Benefizkonzertes ist für die Granja El Ceibo bestimmt.