Sie steht immer noch, die Gartenhütte von Senior Heinz Freiner im Wald bei Hasel. Dabei hatte das Landratsamt schon vor längerer Zeit einen Abriss verfügt. Der Rentner aus Schopfheim wehrt sich allerdings weiterhin beharrlich, der Behörde ihren Willen zu erfüllen. Trotz der Tatsache, dass der von Freiner angerufene Petitionsausschuss des Landtages die Angelegenheit nicht weiter behandeln will. Und trotz der Tatsache, dass ein Gerichtsurteil gefallen ist, in dem Freiner der Beleidigung und Bedrohung schuldig gesprochen wurde.

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Der 79-Jährige kämpft seit mehr als zwei Jahren dafür, dass er seine Hütte nicht abreißen muss (Der SÜDKURIER berichtete mehrfach). Das Landratsamt Lörrach fordert aber genau das: Weil Freiner an der Hütte angeblich unzulässige An- und Umbauten vorgenommen hat, ist nach Ansicht der Behörde der Bestandsschutz erloschen. Freiner hingegen besteht darauf, dass die Hütte, die er von seinen Eltern geerbt hat, seit 80 Jahren dem gleichen Zweck dient, nämlich der Bewirtschaftung eines kleinen Waldstückes und einiger Obstbäume.

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Wegen der Verfügung hatte sich Freiner an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt, zwischenzeitlich war seine Geschichte auch im SWR-Fernsehen und im Radio präsent. Der Petitionsausschuss hat – so wird Heinz Freiner in einem Brief vom Juli mitgeteilt – das Thema nun aber endgültig zu den Akten gelegt. Nachdem das Gremium bereits im Januar beschlossen hatte, die Petition zurückzuweisen, konnte nun auch ein neuerlicher Anruf Freiners nichts mehr an der Absage ändern. Freiner hatte nach eigener Auskunft einen Zeugen aus Hasel gefunden, der dem Ausschuss habe bestätigen wollen, dass die Hütte schon seit mehr als 80 Jahren in dieser Form existiert.

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Doch der Ausschuss blieb hart: „Die Eingaben von Herrn Heinz Freiner [...] werden zurückgewiesen“. Die neuen Eingaben würden im wesentlichen den Inhalt der früheren Petition wiederholen, heißt es in dem Schreiben. Obendrein wurde Freiner vor Gericht wegen Bedrohung und Beleidigung verurteilt. Er soll eine Mitarbeiterin des Landratsamtes am Telefon bedroht und beschimpft haben.

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Den Vorwurf weist Freiner auch nach dem Urteil, das gegen ihn gefällt wurde zurück. „Ich war es nicht, man muss mir das erst beweisen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dasselbe gelte für die Hütte: Er erwarte, dass der Petitionsausschuss sich die Sache vor Ort anschaut und ihm Beweise liefert, dass er unrechtmäßige Umbauten getätigt hat. Daran, die Hütte – wie vom Landratsamt gefordert – einfach abzureißen, denkt Freiner nicht eine Sekunde. Auch wenn ihm Ordnungsgelder drohen, wenn er sich weiter weigert. Freiner wirft den Behörden Willkür im Umgang mit seiner Person vor. Aus dem Landratsamt Lörrach ist indes kein neuer Stand der Sache zu vermelden. Nach wie vor gelte die Aufforderung, die Hütte niederzulegen, teilt Pressesprecher Torben Pahl auf Nachfrage mit. Freiner müsse bei einer weiteren Weigerung damit rechnen, Strafzahlungen leisten zu müssen.