Strahlend blauer Himmel bei sommerlichen Temperaturen: Das war echtes Freistaatwetter. Und es trug am Samstag dazu bei, dass die Menschen in Massen zum Enkendorfmarkt im Wehrer Freistaat strömten. Mindestens 8000 Besucher bilanzierten die Markt-Macher am Sonntagmorgen.

<strong>Alte Handwerkskunst:</strong> Der Wehrer Korbflechter Heinz Gersbacher ließ sich gerne über die Schulter schauen.
Alte Handwerkskunst: Der Wehrer Korbflechter Heinz Gersbacher ließ sich gerne über die Schulter schauen. | Bild: Hildegard Siebold

Noch etwas müde vom Einsatz zog Organisatorin Manuela Steinebrunner am Sonntag ein mehr als zufriedenes Resultat. Bereits am Nachmittag waren viele Essensstände praktisch leergefegt. Und auch die Verkäufer von Bastelsachen und Kunsthandwerk erfreuten sich am Zuspruch der Marktbesucher. „Einer Händlerin verblieb am Ende einzig ihr Stuhl, selbst der Pavillon fand einen Käufer“, schilderte Steinebrunner schmunzelnd. Bis in den frühen Morgen hinein wurde im Enkendorf nach Marktende getanzt und gefeiert.

<strong>Blasmusik gehört auch dazu:</strong> Beim Enkendörfler Brauhaus spielte die Stadtmusik Schopfheim auf.
Blasmusik gehört auch dazu: Beim Enkendörfler Brauhaus spielte die Stadtmusik Schopfheim auf. | Bild: Hildegard Siebold

Ausgelassene Fröhlichkeit herrschte bereits am Samstagmorgen bei der Eröffnung des Markts. Das hatte richtigen Wiesn-Charme: Die Mädels hatten ihre schmucken Dirndl aus dem Schrank geholt und der Enkendörfler Braumeister Joachim Onderka zelebrierte den Fassanstich stilgerecht in der Krachledernen. Aber schließlich barg das Holzfass nicht irgendein Bier, sondern 30 Liter hopfen-gestopftes Saufaus, einmal mehr spendiert von der Enkendörfler Hausbrauerei Onderka.

<strong>Vom Grill:</strong> Die Köche von Gleis 3 hatten unter anderem deftigen Spießbraten im Angebot.
Vom Grill: Die Köche von Gleis 3 hatten unter anderem deftigen Spießbraten im Angebot. | Bild: Hildegard Siebold

„Wie die Zeit vergeht“, befand Helmut Steinebrunner angesichts des 8. Enkendorfmarkts in 14 Jahren. „Ich find’s einfach toll“, lobte er das neu aufgestellte Organisationsteam um seine Tochter Manuela Steinbrunner und Reiner Genter, hätten sie doch das Kind, das er einst geboren hat, nahtlos weitergeführt. „Ihr hättet es nicht besser machen können“, attestierte er. Tausende von Besuchern, so Steinebrunner, das liege ganz klar am besonderen Ambiente des ältesten und schönsten Stadtteils von Wehr. Er schloss mit den Worten: „Der Freistaat lebt“.

<strong>Selbstgemachte Liköre</strong> aus den Früchten der Natur warteten auf Käufer.
Selbstgemachte Liköre aus den Früchten der Natur warteten auf Käufer. | Bild: Hildegard Siebold

Und in der Tat lebte das Enkendorf am Samstag. Schon um die Mittagszeit waren die Festtische voll besetzt und die Menschen flanierten durch die Marktreihen und erfreuten sich am bunten Angebot der rund 120 Händler, probierten selbstgemachte Eierlikörvariationen, deckten sich für den nahen Winter mit warmen Stricksachen ein oder erstanden schöne Accessoires für das eigene Heim.

<strong>Erntedank</strong>: Eine bunte Pracht aus Obst und Gemüse hielt der Bächlehof aus Rippolingen bereit.
Erntedank: Eine bunte Pracht aus Obst und Gemüse hielt der Bächlehof aus Rippolingen bereit. | Bild: Hildegard Siebold

Dazu gesellte sich Leckeres für den Gaumen: Spanferkel, Spießbraten, Gulasch, Kürbissuppe oder Kräuterbratwürste lockten die Liebhaber deftiger Küche, feines Kuchenbackwerk und Waffeln warteten auf süße Genießer.

<strong>Das alte Handwerk</strong> des Messer- und Scherenschleifens bot Hans Loritz dar.
Das alte Handwerk des Messer- und Scherenschleifens bot Hans Loritz dar. | Bild: Hildegard Siebold

Geselligkeit war überall dort großgeschrieben, wo die Musik spielte. Bis in den Nachmittag hinein unterhielten die Stadtmusik Schopfheim und die Fidelen Dorfmusikanten.

<strong>Herausgeputzt</strong>: Auch alte Traktoren gab es bei einer Oldtimer-Schau zu bestaunen.
Herausgeputzt: Auch alte Traktoren gab es bei einer Oldtimer-Schau zu bestaunen. | Bild: Hildegard Siebold

All das erhielt seinen ganz besonderen Charme jedoch erst durch die Bewohner des Enkendorfs, die ihre Häuser aufs Allerschönste herausgeputzt hatten. An jeder Ecke und vor jeder Haustüre blühten die bunten Herbstblumen in Töpfen, Milchkannen und Holzwägelchen um die Wette und bildeten in Kombination mit den kräftigen Gelb- und Orangetönen der Kürbisse ein Gemälde, das schlichtweg jedes Auge bezirzte.

Wie Gemälde muteten die herbstlichen Dekorationen vor den Häusern im Enkendorf an.
Wie Gemälde muteten die herbstlichen Dekorationen vor den Häusern im Enkendorf an. | Bild: Hildegard Siebold