Vor rund zwei Wochen wurde eine große Menge Lebensmittel inklusive Verpackung von einer Brücke im Wehratal in den Fluss entsorgt. „Eine Sauerei“, so die klare Meinung nicht nur des Vorsitzende des Angelsportvereins Winfried Eckert. Der Verein ist zuständig für die Hege und Pflege des Stadtflusses.

Unterstützung beim Abstieg gab es durch ein Fahrzeug der Stadt. Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz (Mitte) hilft beim Verladen des Abfalls, Rudolf Dietze von der Bergwacht sichert seine Kollegen.
Unterstützung beim Abstieg gab es durch ein Fahrzeug der Stadt. Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz (Mitte) hilft beim Verladen des Abfalls, Rudolf Dietze von der Bergwacht sichert seine Kollegen. | Bild: Julia Becker

Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit musste sich aber nun Unterstützung durch die Bergwacht Todtmoos geholt werden. „Auch wenn der Abstieg hier nicht schwierig ist, ein Risiko gibt es immer“, erklärt Manfred Maier als Vorsitzender der Ortsgruppe Todtmoos den Einsatz.

Hinzu komme der bis auf die Brücke wahrnehmbare Gestank des verfaulenden Obst und Gemüse in Stiegen und durch Wildtiere bereits aufgerissene Plastikverpackungen mit Fleisch sowie Eier.

Video zum Einsatz

Video: Julia Becker

„Seit 1966 bin ich bei der Bergwacht, so was habe ich noch nicht gesehen“, so Maier. Naturschutz gehöre ebenso wie die Rettung zu den Aufgaben der Bergwacht, darum sei die Unterstützung hier selbstverständlich, aber auch nicht umsonst: Für die drei Stunden Bergung entstehen bereits Kosten in Höhe von rund 700 Euro, erklärt Maier.

Christoph Eckert, Marie Maier und Naima Waßmer seilten sich zum Müllsammeln ab. Eine größere Herausforderung war allerdings der bis auf die Brücke wahrnehmbare Gestank der verrottenden Abfälle.
Christoph Eckert, Marie Maier und Naima Waßmer seilten sich zum Müllsammeln ab. Eine größere Herausforderung war allerdings der bis auf die Brücke wahrnehmbare Gestank der verrottenden Abfälle. | Bild: Julia Becker
Neben den Lebensmittelabfälle konnten auch ein alter Teppich und ein Stück Eternitplatte geborgen werden.
Neben den Lebensmittelabfälle konnten auch ein alter Teppich und ein Stück Eternitplatte geborgen werden. | Bild: Julia Becker

„Wir werden den Müll sichten und prüfen, ob wir jemanden dazu ermitteln können“, erklärt Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz zum weiteren Ablauf. Bei Hausmüll handele es sich zumeist um Ordnungswidrigkeiten. Die wilde Entsorgung von Schadstoffen wie Asbest sei aber schon eine Straftat, so Schmitz.

Vor der Entsorgung steht eine Recherchearbeit auf dem Bauhof an. Sollte ein Schuldiger ermittelt werden, könnte es für den Betroffenen teuer werden.
Vor der Entsorgung steht eine Recherchearbeit auf dem Bauhof an. Sollte ein Schuldiger ermittelt werden, könnte es für den Betroffenen teuer werden. | Bild: Julia Becker

Asbest und gelbe Säcke im Wald

Für das Bußgeld sind weiterhin die Menge und die vorsätzliche Handlung relevant, letztere sei hier klar gegeben, so Schmitz. Zusammen mit Arbeitsstunden, dem Fahrzeug des Bauhofs zum Abtransport, Verwaltungskosten und natürlich dem Einsatz der Bergwacht können so schnell 1000 bis 1500 Euro Strafe anlaufen.

„Ein Riesenaufwand im Gegensatz zu der geringen Gebühr für die Entsorgung auf dem Lachengraben. Und dazu kommt das Risiko einer Verletzung bei der Bergung“, so Schmitz. Wilde Müllhalden nehmen in den letzten Jahren zu, weiß der Leiter des Ordnungsamts. Aktuell läge eine Palette mit asbesthaltige Platten im Wald, letzte Woche erst hätten gelbe Säcke aus dem Hölze gesammelt werden müssen. „Es wird mehr gemeldet und über soziale Medien verbreitet“, erklärt Schmitz. „Es ist schön, wenn etwas gepostet wird, aber unsinnig, wenn man sich nicht auch bei uns meldet.“