Ein gesanglich sehr eindrückliches Konzert gab es am vergangenen Sonntag in der Öflinger Kirche Sankt Ulrich mit den Ohren zu bestaunen. Zu Gast waren die Maxim Kowalew Don Kosaken, die mit ihrer Gesangskunst durchweg begeisterten. Mit einem liturgischen ersten Teil und einem volkstümlich geprägtem zweiten Teil gaben die insgesamt sieben Sänger einen Einblick in die Kultur des russischen Kosakentum.

Einziger Wermutstropfen war die Akustik der Kirche, die zwar ein für den Gesang gutes Schallgerüst bildet, jedoch nicht für die Ansagen zwischen den Stücken, die folglich nur schwer zu verstehen waren. Dass die traditionellen Texte nicht im Wortlaut zu verstehen waren, tat dem Konzert hingegen überhaupt keinen Abbruch.

Mit sehr durchdringen Stimmen, die den Eindruck gaben, es stünden wesentlich mehr Sänger im Altarraum, füllten die Don Kosaken den gesamten Kirchenraum mit wunderbaren Harmonien. Allein schon durch die Ausdrucksweise der gesungenen Stücke wurde deren sakrale Bedeutung bewusst. Das Georgische Volkslied "Suliko", das traditionelle "Abendglocken", oder auch das weit bekannte "Ave Maria" umfassten das Repertoire.

Was das Konzert dabei vielleicht am meisten ausmachte, war die emotionale Ernsthaftigkeit und die Stärke der im traditionellen Sinn sehr maskulinen Stimmen, mit welchen die Don Kosaken ihre Lieder allesamt auswendig vortrugen. Ohne andere musikalische Hilfsmittel gelang es, ihnen die russisch-orthodoxe Kirchenmusik vollkommen vorzutragen.

Spaßiger, oder zumindest um einiges beschwingter, gestaltete sich der zweite Teil des Konzerts. Hier wandten sich die Sänger der volkstümlichen Musik zu. Auch wenn man die östlichen Gefilde Russlands, Weißrusslands, oder Georgiens vielleicht noch nie selbst gesehen hat, gaben die Don Kosaken einen recht bildhaften Eindruck davon, wie es wohl dort sein mag.

Begleitet vom Akkordeon sangen sie traditionelles Liedgut, wie "Ein Kosak spaziert am Don" oder "Marusja", was immer irgendwie tanzbar, fröhlich und melancholisch zugleich klang. Die musikalische Finesse ging dabei keineswegs verloren – im Gegenteil, die Sänger überzeugten auch im zweiten Teil mit außerordentlichen Soli und meisterhafter Sangeskraft. So brachten die Maxim Kowalew ein rundes Bild dieser 400 Jahre alten Kultur nach Öflingen, die sie rein musikalisch womöglich nicht besser hätten ausdrücken können.