Das Enkendorf ist zweifelsohne ein ganz besonderer Ortsteil. Zwar ist es längst nicht mehr das Bauerndorf von einst, das Dorf hat sich aber viel von der Idylle bewahrt. Dass im Enkendorf die Uhren noch etwas anders ticken, davon zeugt auch das eigene Ortsschild, das am südlichen Eingang der Enkendorfstraße steht: „Freistaat Enkendorf“ steht auf dem Holzschild, das von zwei Stierhörnern verziert wird.

Seit genau 20 Jahren steht das Schild nun am Ortseingang. Dies will die Dorfgemeinschaft zum Anlass nehmen, ein Fest zu feiern: Freibier und Blasmusik soll es geben, so Organisator Helmut Steinebrunner, der das Jubiläum nach eigenem Bekunden nur durch Zufall entdeckt hat.

Im Herbst 1999 wurde das Ortsschild errichtet, die meisten verstanden es wohl damals als lokalpatriotischen Scherz, für die Bewohner des Enkendorfs hatte es aber eine größere Bedeutung: Wie es sich für das Enkendorf gehört, war es nämlich eine Aktion, die sich gegen einen amtlichen Verwaltungsakt richtete. „Bis Anfang der 90er-Jahre waren auf den Ortseingangsschildern auch immer die Ortsteile vermerkt“, erklärt Steinebrunner. Dann wurde die Beschriftung vereinheitlicht und die Namen der kleineren Ortsteile verschwanden von den gelben Schildern.

Das Enkendorf ließ sich das nicht gefallen: Immer wieder tauschten sie „ihr Schild“ aus und beschrifteten es neu mit einem Enkendorf-Schriftzug. Die Behörden konnten dies allerdings auch nicht dulden und hängten die Schilder wieder ab.

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Der langjährige Stadtrat Adolf Büche, im Enkendorf bekannt als „Maus“, erreichte beim damaligen Bürgermeister Klaus Denzinger schließlich einen Kompromiss: Das Enkendorf bekam sein eigenes Ortschild, allerdings musste es auf privatem Grund stehen und durfte keine Ähnlichkeit mit den amtlichen Schildern haben. „Es ist bis heute ein Aushängeschild fürs Enkendorf“, so Steinebrunner zu dem Schild mit der besonderen Symbolkraft. Bis zum „Freistaat-Fest“ am 26. Oktober soll es renoviert, neu gestrichen und aufgehübscht werden, so Steinebrunner. Die Idee, das kleine Jubiläum mit einem Fest zu feiern, sei von allen Beteiligten begeistert angenommen worden. „Es wird 100 Liter Freibier geben. Jeweils 50 Liter von der Enkendörfler Hausbrauerei und vom Brauhaus Meier“, kündigt Steinebrunner an.

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