"Es tut mir leid": Diese unmissverständliche Aussage war am Dienstagmorgen auf einem an der Wehrer Kirchsteigbrücke befestigten Bettlaken zu lesen. Welche Geschichte sich dahinter verbirgt, ist nicht bekannt. Die Aktion sollte aber augenscheinlich das kitten, was bei J und S aus den Fugen geraten war. Ob das funktioniert hat? Auch das wissen wir nicht.

Hohes Gefahrenpotenzial

Wohl aber, dass diese Form der öffentlichen Reuebekundung ziemlich gefährlich ist. Nicht für den der sich entschuldigt und nicht für den, der überlegen muss, ob er den Fehltritt des anderen verzeihen kann – aber für die Verkehrsteilnehmer. Denn es ist nicht grundlos verboten, Banner an Brücken zu befestigen. "Die große Gefahr ist, dass sich das Laken lösen und einem Autofahrer plötzlich die Sicht nehmen kann", erklärt Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz. Eine oder zwei Sekunden im Blindflug am Steuer: Wenn da kein schrecklicher Unfall passiert, muss man von großem Glück sprechen.

"Es tut mir leid" ist auf dem Transparent zu lesen, das am 22. Januar 2019 an der Kirchsteigbrücke in Wehr hängt.
"Es tut mir leid" ist auf dem Transparent zu lesen, das am 22. Januar 2019 an der Kirchsteigbrücke in Wehr hängt. | Bild: Olheide, Monika

Im Falle des beschrifteten Bettlakens vom Dienstag, das mittlerweile entfernt wurde, wäre ein anderer Weg sicher besser gewesen. Statt des Banners vielleicht ein sicher aufgestelltes Schild am Straßenrand? "Ein Schild hätten wir aber leider auch nicht genehmigen können", sagt der Ordnungsamtsleiter. Klar, die Botschaft richtet sich im Fall von J und S an nur einen Empfänger und nicht an die breite Masse – auch wenn jeder sie sehen sollte. Dieses Argument gilt im Falle eines offiziellen Antrags auf ein Schild nicht.

Es gibt andere Wege

Doch es gibt weitere Möglichkeiten: Wem Blumen zu alltgäglich sind, der könnte es ja mit einer schönen Einladung versuchen, digitale Kommunikationswege wählen, oder ganz einfach das persönliche Gespräch zur Klärung suchen. Noch besser: Es gar nicht erst so weit kommen lassen – aber so ganz ohne Fehler ist ja niemand

Auch wenn es verboten ist: Wir freuen uns, dass nichts passiert ist, und drücken J und S auf jeden Fall die Daumen, dass diese Entschuldigung angekommen ist.

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