Zum zweiten Mal schickt das Dreyland-Blues-Festival seine Zuhörer auf die musikalische Reise durch die Geschichte des Blues, diesmal „Aus dem Delta nach Chicago“. Vom 23. bis 25. August gibt es Detroit- und Chicagoblues in Wehr, Schopfheim und Lörrach zum Eintrittspreis von jeweils 15 Euro.

Im letzten Jahr lag der Fokus noch auf dem eher sanften Deltablues und seinen afrikanischen Ursprüngen. Nun folgt das Festival der großen Wanderungsbewegung der 1930er und 1950er Jahre aus dem bitterarmen Süden in die Industriestädte Chicago und Detroit. „Mit der Erfindung der E-Gitarre wurde auch der Blues härter und lauter“, erklärt Mitorganisator Klaus Deuss. Mit viel Vorlaufzeit und ein bisschen Glück gelang es, zwei Zweitzeugen dieser Entwicklung für das Festival zu gewinnen: Mit Tail Dragger und Willie Buck stehen zwei lebende Legenden auf der Bühne, freut sich Manfred Bockey. Die Veranstalter vom Verein Exbluesive, der neben Deuss und Bockey rund 45 Mitglieder stark ist, veranstaltet zum dritten Mal das Festival im Dreiländereck. Von 2018 bis 2022 soll an fünf Festivalwochenenden die Geschichte und Bandbreite des Blues erzählt werden.

Original: Nach Willie Buck wurde in Chicago sogar eine Straße benannt. Das Blues-Urgestein singt klassischen Chicago-Blues und wird begleitet von der Muddy Waters Tribute Band. BILD: EXBLUESIVE
Original: Nach Willie Buck wurde in Chicago sogar eine Straße benannt. Das Blues-Urgestein singt klassischen Chicago-Blues und wird begleitet von der Muddy Waters Tribute Band. | Bild: EXBLUESIVE

In diesem Jahr startet das Festival am 23. August in Schopfheim. Toronzo Cannon gehört zur jüngeren Genration des Blues. Der Musiker interpretiert mit souliger Stimme den authentischen Chicago Blues mit Anleihen aus Funk, Rock und Soul sowie sattem Gitarrensound. Tail Dragger lernte als Kind den Blues der Südstaaten kennen und siedelte in den sechziger Jahren nach Chicago um. Er spielte unter anderem mit dem legendären Musiker Howlin’ Wolf und gehört mit seinem klassischen Chicago-Blues mittlerweile selbst zu den ganz Großen der Szene. Die sechsköpfige Robbert Fossen Band kommt aus Holland. Robert Fossen gilt in der Szene al der einzige Europäer, der den Chicago-Blues spielen kann, so Deuss zum hochkarätigen Lineup.

In Wehr geht es am 24. August weiter. Auf dem Talschulplatz startet der Abend mit Ignaz Netzer und Mojo Kilian, zwei deutschen Blueskoryphäen. Als Kind des Bluesbooms der 60er Jahre steht Netzer für authentischen Blues, kombiniert mit Folk, Ragtime und Gospel, so die Veranstalter. Dabei gibt der Musiker sehr publikumsnah und humorvolle Einblicke in die Welt der schwarzen Musik. Begleitet wird der vielfach ausgezeichnete Sänger und Gitarrist von Klaus „Mojo“ Kilian: Der führende Experte für den Blues gilt als einer der besten Interpreten an der Mundharmonika. Wie Willie Buck steht auch Tail Dragger für den klassischen Blues der fünfziger und sechziger Jahre. Im Süden geboren arbeite der Musiker tagsüber in einer Papierfabrik und sang abends Blues und RocknRoll. 2004 wurde Willie Buck als einer der Pioniere des Blues in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Begleitet wird Buck von der Muddy Waters Tribute Band. „Im Anschluss ist eine gemeinsame Jamsession geplant. Das wird ein Highlight und kann einzigartig werden“, freut sich Klaus Deuss.

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Das Rahmenprogramm findet in diesem Jahr am Sonntag in Lörrach und Schopfheim statt: Um 10 Uhr wird zum Bittgottesdienst mit Gospels und Eigenkompositionen von Ignaz Netzer geladen, der Eintritt ist frei. Blues und Gospel sind eng verbunden, erklärt Klaus Deuss.