Dank hervorragender Solisten sind die Dreikönigskonzerte in der St.-Martins-Kirche zu einer ehrwürdigen Tradition geworden. Diese Reihe setzten der Trompeter Wim van Hasselt und der in Wehr bestens bekannte Organist Bernhard Marx bruchlos fort.

Ein großer Teil des Programms bestand aus populären Barockwerken. Ergänzt wurden sie durch romantische Kompositionen und einem markanten zeitgenössischen Akzent. Die Barocktrompete wird zu Recht mit Qualitäten wie Brillanz und Strahlkraft assoziiert, aber Wim van Hasselt zeigte, dass er seinen (modernen) Instrumenten noch viele weitere Facetten entlocken konnte. Dass Jean-Jospeh Mourets „Sinfonie“ (nicht zu verwechseln mit der klassischen und romantischen Gattung), die A-Dur-Sonate von Corelli und die D-Dur-Suite von Händel dem Abend Glanzlichter aufsetzten, war nicht zuletzt dem sehr sensiblen Zusammenspiel zu verdanken.

Bernhard Marx nahm sich dezent zurück, wo die Orgel eine begleitende Funktion hatte, führte in den Zwischenspielen die Farbenpracht und -vielfalt des Instruments vor und bestritt in den dialogisierenden Partien einen noblen „Wettstreit“ mit dem Trompeter. Wim van Hasselt überzeugte dank einer Leichtigkeit und Mühelosigkeit im Ansatz, wie man sie selten hört. Die virtuosen Läufe und Figuren gelangen ihm tadellos, und auch die brillanten Spitzentöne klangen niemals angestrengt, sondern vollkommen selbstverständlich. Er bewies seinen Sinn für melodische Schönheiten und die Sanglichkeit der Melodielinien, die er mit feinen dynamischen Abstufungen zu beseelen wusste. So wirkten die langsamen Sätze bei Corelli schon wie ein Vorgriff auf das Zeitalter der Empfindsamkeit.

Einen scharfen Kontrast bildete das Solowerk für Trompete des Zeitgenossen Martijn Padding, das einer Absage an all das, was gemeinhin als „schön“ empfunden wird, gleichkam. Typisch waren harte Brüche, ungewöhnliche Intervallsprünge, markante, fanfarenartige Motive sowie einige kurze, verhaltene Passagen. Eine Konstante war indes die vollkommene Beherrschung des Instruments durch den Solisten.

Bachs Toccata in d-moll war für Bernhard Marx ein willkommener Anlass, sein Temperament auszuspielen und die markanten Register der Wehrer Orgel auf beeindruckende Weise vorzuführen. Ihr setzte er mit großer Linie und analytisch klar die anschließende Fuge entgegen. In Oskar Frederik Lindbergs „Hirtenpsalm“ kam die Kunst des Trompeters, wunderbare Legatobögen zu spannen und zarte Piano-Passagen anzustimmen, gut zur Geltung.

Schließlich brachte der Organist zwei Variationswerke zu Gehör. Ein Orgelmarsch von Elsbeth Forrer und eine von Fröhlichkeit beherrschte Komposition von Lefébure-Wély stellten die weltliche Orgelliteratur vor. Mit zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker von dem nicht sehr zahlreich erschienenen, aber beglückten Publikum.