Es ist der Traum eines jeden talentierten Nachwuchsmusikers, einmal auf einer großen Bühne zu spielen, einer richtig großen Bühne mit vielen 1000 jubelnden Menschen davor. Während also die Rockband von nebenan von Rock am Ring träumt, träumten die Wehrer Brass Buebe vom Woodstock der Blasmusik, dem größten Blasmusik-Festival Europas.

Brass Buebe in Action auf der Main Stage: Patrick Nass am Schlagzeug, Felix Hauf, Christian Zanger und Delias Bührer an der Trompete, sowie Daniel Meier am Sousaphone.
Brass Buebe in Action auf der Main Stage: Patrick Nass am Schlagzeug, Felix Hauf, Christian Zanger und Delias Bührer an der Trompete, sowie Daniel Meier am Sousaphone. | Bild: Andreas Keller

Am letzten Juni-Wochenende ist dieser Traum für die neun begeisterten Musiker wahr geworden: Es war der Samstagmittag, die Sonne schien grellend heiß auf das Festivalgelände im Oberösterreichischen Innkreis, als die Brass Buebe vor 15 000 Menschen auf die Main Stage traten – ein prägender Moment in der erst sechsjährigen Bandgeschichte.

„Klar war das Woodstock immer eines unserer erklärten Ziele. Aber als wir damals angefangen haben, hätten wir niemals gedacht, dass wir ein paar Jahre später wirklich dort spielen“, erzählen die Brass Buebe, die zwei Tage nach dem Auftritt schon wieder sehr entspannt wirken. Trotzdem: Nervös seien sie gewesen, als sie realisiert haben, was da auf sie zukommt. „Es macht schon einen Unterschied, ob wir hier in der Gegend vor 300 Leuten spielen oder eben vor mehreren Tausend“, geben die Brass Buebe zu.

Moderne Stücke auf traditionellen Instrumenten

Hinter dem Bandnamen stehen Timo Brandl, Felix Hauf, Christian Zanger, Anton Rieger, Martin Matt, Delias Bührer, Daniel Meier, Patrick Nass und Maximilian Schaffrina. Das Gespräch mit ihnen findet im obersten Stockwerk des Wehrer Stadthallengebäudes statt, wo sie – wie sollte es auch anders sein – bereits wieder fleißig proben und an ihrem Repertoire feilen. Die Adaption von moderne Hits auf ihren Blasmusik-Instrumente ist das musikalische Markenzeichen der Brass Buebe. Dass sich auch Jon Bon Jovi auf der Trompete gut anhört und Blasmusik nicht nur Polka ist, haben sie ihrem heimischen Publikum damit längst bewiesen.

Jetzt, nach dem Woodstock, dass sie gewissermaßen für drei Tage in die High Society der Brass-Szene hinein katapultiert hat, ist der Bekanntheitsgrad der Brass Buebe gewachsen. Noch in diesem Jahr spielen sie bei den World Blasmusik Days in Bad Schussenried, im kommenden Jahr sind sie für Festivals in Österreich, der Schweiz in Süddeutschland gebucht.

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Spaß an der Musik

Es läuft, so macht es den Eindruck, sehr gut für die Brass Buebe. Dabei ging und geht es den jungen Männer, die sich selbst oft nicht allzu ernst nehmen, eigentlich immer nur um eines: Spaß an der Musik zu haben und diese Begeisterung weiterzugeben.

Dass sie damit so erfolgreich sind, haben sie ihrer Qualität einerseits und ihren vielen Unterstützern andererseits zu verdanken. Denn erst auf Drängen eines Fans haben sie sich um den Woodstock-Auftritt beworben. „Das war alles kurz vor knapp. Ein paar Stunden vor dem Einsendeschluss haben wir unser Bewerbungs-Video Anfang des Jahres an ‚Copa Kapella‘ geschickt. Das ist eine Internet-Plattform der Woodstock-Veranstalter“, erinnern sie sich.

Abstimmung per Online-Voting

Dann ging es Schlag auf Schlag: Von einer Fachjury wurden die Brass Buebe unter die besten 15 aller Einsendungen gewählt. Per Online-Voting wurde dann entschieden, wer von ihnen am Woodstock auftreten wird. Am 1. Mai stand schließlich fest: Mit mehr als 1000 Stimmen Vorsprung waren die Brass Buebe die deutlichen Sieger.

Zeitgemäße Blasmusik ist ihr musikalisches Markenzeichen: die Brass Buebe (Aufnahme von 2016).
Zeitgemäße Blasmusik ist ihr musikalisches Markenzeichen: die Brass Buebe (Aufnahme von 2016). | Bild: Maria Schlageter

„Ohne unsere Fans und Unterstützer wäre das alles nicht möglich gewesen. Deswegen gilt ihnen auch unser größter Dank“, betonen die Musiker, die weiterhin ihre Pläne verfolgen. Sich auf ihrem Erfolg auszuruhen gehört jedenfalls nicht dazu. Nochmal ins Tonstudio gehen, eine CD aufnehmen wäre eine Sache, die die Musiker demnächst anvisieren wollen. Und natürlich zieht es sie auf die Bühnen der immer vielfältiger werdenden Blasmusik-Welt, dort wo sich die Brass Buebe aus Wehr zu Hause fühlen.