Die dritte Auflage des Dreyland-Blues-Festival erzählt vom 23. bis 25. August die Geschichte des Blues weiter. Mit dabei sind Originale aus der Pionierzeit des Chicago Blues, sowohl auf dem Talschulplatz in Wehr als auch im Schopfheimer Stadtpark.

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„Es beginnt schon zu prickeln“, so Bürgermeister Michael Thater: In einem Monat startet das dritte Dreyland-Blues-Festival. Die Veranstalter vom Verein Exbluesive zielen mit vielseitiger Auswahl und günstigen Eintrittspreisen nicht nur auf eingefleischte Fans wie den Wehrer Bürgermeister: Für familienfreundliche 15 Euro gibt es Blues vom Feinsten und echte Legenden zu hören. „Wir wollen nicht irgendein Festival machen, sondern die besten Leute bringen, die wir kriegen können“, so Mitorganisator Klaus Deuss.

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Das erste Festival 2017 stand noch unter dem Licht der Städtepartnerschaften Schopfheims. Im vergangenen Jahr begann dann die Reise durch die Geschichte des Blues von Afrika ins Delta an den drei Standorten Wehr, Schopfheim und Bad Säckingen. Beste Kritiken aber wegen des überraschend kalten Wetters nur rund 150 Besucher entmutigen den Blues-Verein nicht: „Es braucht einfach drei bis vier Jahre, um so eine Festivalreihe zu etablieren“, erklärt Klaus Fleck. Besonders dankbar sei man darum auch für die Ausfallbürgschaft der Stadt Wehr. Trotz des enormen Engagement der etwa 45 Vereinsmitglieder sei das Risiko einer solchen Veranstaltung alleine nicht zu stemmen. Gut ein Jahr dauerte die Vorbereitung, von Betreuung der Musiker bis Auf- und Abbau auf der Bühne stemmen die ehrenamtlichen Helfer des Vereins die Veranstaltung gemeinsam.

In diesem Jahr folgt das Festival-Line-Up den Weg der großen Wanderungsbewegungen der 1930 er und 1950er Jahre aus dem bitterarmen Süden in die Industriestädte Chicago und Detroit. Weg vom eher sanften Delta Blues wird die Musik mit Erfindung der E-Gitarre härter und lauter.

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Mit Tail Dragger in Schopfheim und Willie Buck in Wehr sind hier zwei Zeitzeugen dieser Entwicklung vertreten, beides lebende Legenden des klassischen Chicago-Blues. In Wehr spielt auch Ignaz Netzer, ein Kind des Bluesbooms der 60er Jahre. „Netzer spielt authentischen Blues und kann Geschichten erzählen“, freut sich Klaus Deuss.

Original: Nach Willie Buck wurde in Chicago sogar eine Straße benannt. Das Blues-Urgestein singt klassischen Chicago-Blues und wird begleitet von der Muddy Waters Tribute Band. BILD: EXBLUESIVE
Original: Nach Willie Buck wurde in Chicago sogar eine Straße benannt. Das Blues-Urgestein singt klassischen Chicago-Blues und wird begleitet von der Muddy Waters Tribute Band. BILD: EXBLUESIVE | Bild: EXBLUESIVE

Begleitet wird der vielfach ausgezeichnete Sänger und Gitarrist von Klaus „Mojo„ Kilian: ebenso bluesverrückt und einer der besten Interpreten an der Mundharmonika. Mit Toronzo Cannon tritt dann in Schopfheim ein Vertreter der jüngeren Generation des Blues auf. Hier wird der authentische Chicago Blues mit Anleihen aus Funk, Rock und Soul ergänzt. Abgerundet wird das Programm dann durch einem Bluesgottesdienst mit Ignaz Netzer und dem Auftritt der Mike Wheeler Band in Lörrach.

Ausgezeichnet: Der deutsche Blues-Musiker Ignaz Netzer (links) gilt als bester deutscher Interpret des klassischen Blues. Begleitet wird er von Klaus „Mojo“ Kilian, einem der führenden Experten des Blues und einer Koryphäe an der Mundharmonika.
Ausgezeichnet: Der deutsche Blues-Musiker Ignaz Netzer (links) gilt als bester deutscher Interpret des klassischen Blues. Begleitet wird er von Klaus „Mojo“ Kilian, einem der führenden Experten des Blues und einer Koryphäe an der Mundharmonika. | Bild: EXBLUESIVE

„Blues ist eng mit dem kirchlichen Gospel verwandt“, erklärt Deuss, also eine überaus passende Kombination mit der Chance auf spontane Gastauftritte der anderen Festival-Headliner. Die Mike Wheeler Band mit Gastmusiker Kai Strauss ist eine der zur Zeit angesagtesten jüngeren Bands aus Chicago und bringt nochmal einen moderne Interpretation des Chicago Blues mit.