Was hat das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf mit dem FC Wehr zu tun? Wegen der dreiwöchigen Diskussionsrunde um das Milliardenprojekt, die am 10. Januar in der Seebodenhalle in Wehr beginnt, muss der FC Wehr sein Hallenturnierwochenende verlegen. So rollt der Ball in 2017 schon vom 5. bis zum 7. Januar.

„Es ist klar, dass bei einem solchen Großprojekt der FC Wehr ausweichen muss“, räumt Matthias Kaiser, Vorsitzender des FC Wehr, ein. Es sei aber sehr bemerkenswert, wie sich Vertreter der Schluchseewerk AG und der Stadt Wehr darum bemüht hätten, einen Ausweichtermin zu finden, lobt Kaiser. So öffnet die Stadt die Halle ausnahmsweise in der Ferienzeit.

Eigentlich ist das dritte Wochenende im Januar für das Turnier gebucht, diesmal müssen die Macher des FC schon am ersten Januar-Wochenende alles vorbereiten. Das sei aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach gewesen, erklärt Frank Kratzer, seit Jahren einer der Hauptorganisatoren des Turniers. Zum einen fänden verschiedene Dreikönigsturniere statt, zu denen der FC keine Konkurrenz aufmachen wolle. Zum anderen liegt der Termin des Turniers diesmal auch noch in den Ferien. So hätten sich für das Aktivturnier am Samstag, mit Mannschaften aus der Kreisliga A bis zur Landesliga, nur zwölf statt der sonst üblichen 15 Teams angemeldet. Sowohl das Aktivturnier am Freitag (Mannschaften aus Kreisliga A bis C) sei mit 15 Teams und das Alte-Herren-Turnier am Donnerstagabend mit zwölf Teams aber so stark besetzt wie immer.

Kampfgeist zeigen beim Hallenturnier des FC Wehr auch die Alten herren. Unser Archivbild zeigt die Mannschaften Nordwestschweiz (gestreifte Trikots) und des VfR Rheinfelden. Bild: Jörn Kerckhoff
Kampfgeist zeigen beim Hallenturnier des FC Wehr auch die Alten herren. Unser Archivbild zeigt die Mannschaften Nordwestschweiz (gestreifte Trikots) und des VfR Rheinfelden. Bild: Jörn Kerckhoff | Bild: Jörn Kerckhoff

Den Auftakt bildet wieder das Diakonieturnier für Menschen mit Behinderung am Donnerstagnachmittag. Gerrit Knoop von der Diakonie in Öflingen organisiert das Turnier und trommelt regelmäßig Teams aus der ganzen Region bis Freiburg zusammen. Die Leidenschaft für Fußball ist unabhängig davon, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht. Der erste Abend des Turnierwochenendes gehört traditionell den Alten Herren, sie werden ab 18.30 Uhr ihren Turniersieger ermitteln. Zu den Favoriten zählt zum einen das Team Nordwestschweiz, das auch Titelverteidiger ist. Zum anderen will aber auch die Mannschaft FC Wehr Revival wieder ein Wort um den Turniersieg mitsprechen. Das Team ist gespickt mit ehemaligen Spielern aus den Landesliga- und Verbandsligazeiten des FC. Die Brüder Michael und Kurt Schwald, David Gartner, Erkan Actas, Guiseppe Stabile, Frank Tufaro sind nur einige Namen, auf die sich die Besucher in der Seebodenhalle freuen dürfen.

Die Halle ist üblicherweise tatsächlich an allen drei Tagen voll besetzt. „Es geht bei uns auch um den Sport, aber nicht nur“, so Kaiser. Vor allem die Begegnung sei bei dem Turnier der ausschlaggebende Faktor. Natürlich wollen alle Mannschaften um die Pokale mitspielen, mindestens genauso wichtig sei aber das gemeinsame Kaltgetränk nach dem Spiel an der Theke. Schließlich kennen sich die Spieler untereinander inzwischen aus vielen Jahren.

Am Freitag rollt der Ball ab elf Uhr. Teams der drei Kreisligen aus der näheren und ferneren Umgebung sind mit von der Partie. Unter anderem der FC 08 Bad Säckingen, der FC Bergalingen, die SpVgg Brennet/Öflingen sorgen für permanente Derby-Atmosphäre in der Halle. Mit den beiden Teams der TuS Kinzigtal sind aber auch Mannschaften dabei, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen.

Der Samstag verspricht dann vielleicht den attraktivsten Fußball. Der FV Lörrach-Brombach, der FC Zell, der SC Konstanz-Wollmatingen sind nur drei der Clubs, die wirklich hochklassigen Sport erwarten lassen. Die Macher des FC wollen den Zuschauern etwas bieten. „Da steckt schon richtig viel Arbeit drin, ein solches Turnier zu organisieren“, macht Frank Kratzer deutlich, dass es mehr als nur drei Anrufe braucht. Auch, wenn sich im Laufe der vielen Jahre natürlich Netzwerke gebildet haben, die die Organisation etwas erleichtern.

Mindestens 60 Helfer sind an den drei Tagen im Einsatz. Wenn am Samstagabend das letzte Bier gezapft ist, ist für die noch nicht Feierabend. Sie müssen die Halle dann so schnell wie möglich räumen, weil ab Sonntag nämlich die Mitarbeiter der Schluchseewerk AG bereits für die anstehenden Diskussionsrunden aufbauen werden.

Informationen zu den Spielplänen und Anstoßzeiten gibt es im Internet: www.fcwehr.de