Es war ein lautes Fest, das die beiden regionalen Rock-Bands Ölch und Rockwell am Halloween-Abend im Biersieder gefeiert haben, womit sie wohl auch alle schaurigen Geister des schlechten Musikgeschmacks vertrieben haben dürften. Und dabei zeigte sich erneut, dass Musik Grenzen ganz mühelos überwinden kann, wie an diesem Abend die Grenze zwischen den Generationen. Egal ob die "jungen Wilden" von Ölch, oder die "gestatteten Rock-Herren" von Rockwell – gefeiert, getanzt und getrunken wurde nur gemeinsam.

Den Auftakt in die feierwütige Nacht machte Ölch, eine Band, welcher die Bezeichnung als Nachwuchskünstler allein nicht mehr gerecht wird. Denn die Entwicklung, die Janis Lang (Gitarre), Raffael Albietz (Schlagzeug), Valentin Tenhibben (Gesang), Axel Fien (Gitarre) und Remo Zimmermann (Bass), als musikalisches Kollektiv wortörtlich auf die Bühne bringen, ist bemerkenswert. Und so betrachtet war das Halloween-Konzert im Biersieder prädestiniert genau das zu zelebrieren. Denn vor fünf Jahren hat dort alles angefangen, mit nur fünf Liedern. Ein paar mehr waren es am jüngsten Konzert und das war auch gut so, denn als Rocker sind sie weniger Männer großer Reden, als vielmehr großer Songs, die sie eigensinnig, aber musikalisch ausgeklügelt interpretieren – egal ob Eigenkompositionen oder Coverversionen fremder Rocksongs.

Den zweiten Teil bestritten Frank Muser (Gitarre und Gesang), Thomas Bobzin (Gitarre), Michael Zimmermann (Bass) und Uwe Fien (Schlagzeug), alias Rockwell. Eigentlich alt bekannt, aber trotzdem immer wieder neu, überzeugten sie mit ihren Versionen von Rock-Klassikern, welche die Band zwar unverkennbar, aber auf ihre Art noch famoser auf die Bühne brachten. Wenn Rockwell aufdreht, ist es schwer, nicht mit abzuheben und so war es auch an Halloween, als die Biersiederhalle bebte von heftigen Bass- und Gitarrenklängen und von Pogo tanzenden Fans.