Wehr Deutlich zuviel Blei im Boden

Landratsamt nennt Messwerte der Bodenproben auf der Baustelle der Diakonie in der Wehrer Kreuzmatt.

Die Bleibelastung auf dem Baugrundstück der Öflinger Diakonie in der Kreuzmatt liegt bis zu fünf Mal höher als der zulässige Prüfwert nach der Bundesbodenschutzverordnung. Dies teilt das Landratsamt Waldshut auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Bei Bodenproben im Vorfeld der Baumaßnahme sei ein „Bleigehalt von bis 10 000 Milligramm pro Kilogramm festgestellt worden. Der Prüfwert nach der Bundesbodenschutzverordnung liegt für Gewerbeflächen bei 2000 Milligramm pro Kilogramm“, so der Pressesprecher des Landratsamts Michael Swientek. Dass bei den Aushubarbeiten die Bauarbeiter Schutzkleidungen und Atemschutz trugen, hatte in der vergangenen Woche die Anwohner verunsichert. Mittlerweile sind die Aushubarbeiten beendet, die Schutzmaßnahmen auf der Baustelle wurden dehalb gelockert.

„Im Vorgriff auf die Baumaßnahmen wurden Baugrunduntersuchungen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass es auf dem Baugrundstück flächige Auffüllungen gab. Aus welcher Zeit diese Auffüllungen stammen, konnte nicht festgestellt werden“, erklärt Swientek. „Wir kamen zum Ergebnis, dass das Material im Zuge der Baumaßnahmen zum Teil entsorgt werden musste.“ Ein Teil konnte auf dem Grundstück verbleiben, weil er abgedeckt wurde. Wie die Diakonie als Bauherrin mitteilte, werden die Arbeiten vom Geotechnischen Institut Weil/Rhein begleitet und von einem Sicherheitskoordinator überwacht. Zusätzlich werden weitere Bodenanalysen durchgeführt, um eine umweltgerechte Entsorgung bzw. Deponieablagerung mit den Fachbehörden festzulegen.

Für die Anwohner bleibt allerdings eine Befürchtung: „Sind auch andere Grundstücke von der Bleibelastung betroffen?“ wollte beispielsweise eine Anwohnerin in der jüngsten Bürgerversammlung von Bürgermeister Thater wissen. Der verwies allerdings auf die Zuständigkeit des Landratsamts Waldshut. Thater habe wegen der ungewöhnlich hohen Sicherheitsauflagen der Behörde auch vorab geraten, eine Bürgerinformationsveranstaltung für die Nachbarn durchzuführen und bedauerte, dass die unterblieben sei.

Wie der Sprecher des Landratsamts nun mitteilt, habe zwar nicht das Landratsamt, aber die Diakonie als Bauherrin eine Informationsveranstaltung für die Anwohner durchgeführt. Zu einer möglichen Belastung der Nachbargrundstücke sagt er: „Wir haben keinen Hinweis darauf, dass Flächen außerhalb des Baugrundstückes aufgefüllt waren.“ Ob dies die Anwohner tatsächlich beruhigt, darf allerdings bezweifelt werden. Für Wohngebiete liegen die in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung festgelegten Grenzwerte ungleich niedriger: Der Prüfwert für den Bleigehalt auf Kinderspielflächen beträgt 200 Milligramm pro Kilogramm Boden, in Wohngebieten liegt er bei 400 Milligramm pro Kilogramm Boden.

Auch auf eine Befürchtung eines anderen Anwohners der Knebelhalde geht das Landratsamt Waldshut nun ein: Sven Wassenberg fürchtet aufgrund des Neubaus ein erhöhtes Hochwasserrisiko für die Bewohner seines Wohngebietes. „Bereits in der Vergangenheit waren diverse Nachbarn von Hochwassereinsickerungen in Kellern betroffen. Dieses wird nunmehr noch in einem viel größeren Maße geschehen, da sich die Wehra nicht mehr auf das niedrigere Grundstück ausbreiten kann.“ Hier kann der Landratsamtssprecher beruhigen: „Das durch das Bauvorhaben verloren gehende Rückhaltevolumen wird auf dem Grundstück ausgeglichen. Es besteht also durch den Bau kein erhöhtes Hochwasserrisiko.“

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