Wehr Der Rettungsdienst steht seit der Spitalschließung in Bad Säckingen auf dem Prüfstand

Das DRK reagiert auf Auswirkungen der Spitalschließung in Bad Säckingen. Die Tagwache in Wehr erweitert ihre Dienstzeiten deutlich. Ganztagsbetrieb gibt es nun auch an Wochenenden und Feiertagen.

Die Schließung des Bad Säckinger Spitals sorgt auch in Wehr für Veränderungen: Seit einigen Wochen ist die örtliche Tagwache auf dem Wehra-Areal auch an Wochenenden und Feiertagen besetzt. Bis zum Sommer werden die Patientenströme zudem weiter engmaschig beobachtet, so der DRK-Kreisvorsitzende Peter Hofmeister.

Aktuell werde Wehr neben der eigenen Rettungswache durch Bad Säckingen und Schopfheim abgedeckt. In einem externen Gutachten wurde jedoch festgestellt: Durch die Randlage im Landkreis und die damit verbundenen längeren Fahrtzeiten sinkt die Sofortverfügbarkeit des Rettungsdienstes. So verlängert sich laut Gutachten die Transportzeit von Wehr um rund 14 Minuten, die Rückkehrzeit aus Waldshut zur Rettungswache um rund 24 Minuten. Treten dann gleichzeitig ein oder mehrere weitere Notfälle auf, müsse ein anderes Rettungsmittel hinzukommen, erläutert Hofmeister das komplexe System. Wenn es regelmäßig zu solchen Dopplungsfällen komme, wäre eine Ausweitung der jeweiligen Dienstzeiten gerechtfertigt.

Als eine erste Maßnahme wurde die Tagwache in Wehr auf ganztägigen Betrieb – auch an Feiertagen und Wochenenden – umgestellt. "Diese schnelle Reaktion ist durch unsere engagierten Mitarbeiter möglich, die ihre Überstunden zur Verfügung gestellt haben", erläutert Hofmeister. So würde allein in Wehr Mehrarbeit im Umfang von zwei vollen Personalstellen benötigt. Für einen 24-Stunden-Dienst brauche es sogar sechs bis acht Stellen mehr. Hier schlage sich unter anderem der Fachkräftemangel im medizinischen Bereich nieder, der durch die Nähe zur Schweiz noch verstärkt werde, bedauert der DRK-Bereichsleiter. Man bilde aber auch selber aus, die Situation sollte sich in den nächsten zwei bis drei Jahren entschärfen, so Hofmeister. Gerade Rettungssanitäter, auch als Auszubildende, würden aber weiterhin dringend gesucht.

"Wir beobachten die Patientenströme in Richtung Lörrach und Waldshut sehr genau", sagt der DRK-Bereichsleiter. In den nächsten sechs Monaten werde die weitere Entwicklung engmaschig untersucht, eine Auswertung sei im Sommer geplant. Im Oktober sollen in der Bereichsausschusssitzung die Ergebnisse und weitere Maßnahmen diskutiert werden. In Hinblick auf den Antrag der Wehrer CDU-Fraktion, die Notfallsituation in Wehr und die 24-Stunden-Besetzung der Wache zu diskutierten, stellt Hofmeister klar: "Der Gemeinderat ist hier nicht zuständig. Die Organisation liegt klar beim Kreisausschuss, welcher dem Landratsamt untersteht." Man stehe in enger Abstimmung mit den Bürgermeistern.

Die Standorte

Von den zwölf Wachenstandorten im Landkreis Waldshut werden die Stationen Wehr, Bad Säckingen und Segeten vom DRK-Kreisverband Säckingen betrieben. Die Wehrer Rettungswache ist täglich von 9 bis 21 Uhr besetzt. Weiterhin gibt es sieben Notarzt-Standorte, der Standort Bad Säckingen war bisher an das Spital angeschlossen. Die Leitstelle befindet sich am Standort Waldshut.

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