Herbert Bermeitinger, der im Januar 1930 in Wehr das Licht der Welt erblickte, wurde in den 1990er Jahren Leiter der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, war Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, des Landesverbandes und der Landesregierung sowie Beauftragter für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte anlässlich seines Todes im Jahr 2013 Bermeitingers Verdienste für ihr Bundesland: „Herbert Bermeitinger war ein hoch politischer Kopf, ein engagierter Journalist, ein wertvoller Ratgeber und ein aufrichtiger Mensch“, hob sie hervor. National und international genoss Bermeitinger hohes Ansehen.

Seine Wurzeln hatte er in der Region: Im Oktober 1945 besuchte er den ersten Termin für den SÜDKURIER – ein Fußballspiel des FC Wehr. 1948 zog Bermeitinger dann nach Lörrach und er trat 1954 in die SPD ein. 1962 wechselte er als Pressereferent der SPD nach Bonn. Später zog er nach Mainz. Loyalität, Zuverlässigkeit und Beständigkeit zeichneten seine Arbeit aus und so führte seine berufliche Laufbahn vom Sprecher der Oppositionsfraktion bis zum Regierungssprecher.

Vor 1950: Herbert Bermeitinger mit seiner Freundin und späteren Ehefrau vor der Bad Säckinger SÜDKURIER-Redaktion, die damals noch in der Hauensteinstraße 2 untergebracht war.
Vor 1950: Herbert Bermeitinger mit seiner Freundin und späteren Ehefrau vor der Bad Säckinger SÜDKURIER-Redaktion, die damals noch in der Hauensteinstraße 2 untergebracht war. | Bild: privat, Bermeitinger

Trotz Ruhestand wollte die SPD nicht auf Herbert Bermeitingers Erfahrung verzichten. Ministerpräsident Kurt Beck machte ihn zum Beauftragten der rheinland-pfälzischen Landesregierung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Schweiz, Luxemburg, Elsass, Lothringen und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. „Er war ein überzeugter Europäer, der immer schon einen Blick über die Landesgrenzen geworfen und in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit von 2001 an als Beauftragter des Ministerpräsidenten für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit viel
bewegt hat“, fasste es Malu Dreyer zusammen.

Für seine Leistungen wurde Bermeitinger mit zahlreichen Ehrungen und Orden ausgezeichnet. So ernannte ihn beispielsweise der frühere französische Ministerpräsident Mitterrand zum Offizier im „Orde national du mérite“. Seit 1999 war Bermeitinger „Commandeur“ im Verdienstorden des Großherzogtums Luxemburg. Und im Jahr 2000 erhielt er den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Seine Wurzeln allerdings hat er nie vergessen und betonte im Gespräch stets, dass er ein echter Wehrer – und zwar ein Enkendörfer – sei. Seine Heimatstadt lag ihm sehr am Herzen.

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