Wehr/Todtmoos Das Wehratal wird erneut wegen eines Felssturzes gesperrt

Eine Fachfirma warnt vor einem weiteren labilen Fels im Wehratal, der akut absturzgefährdet ist. Es ist derzeit unklar, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann.

Im Zuge der laufenden Beräumungsarbeiten im Bereich der Rutschung an der Wehratalstraße (L 148) hat die ausführende Firma das Straßenbauamt Waldshut über einen weiteren labilen Felsblock im Oberhang in Kenntnis gesetzt. Aufgrund der beschriebenen Gefährdung der Wehratalstraße muss die Landesstraße ab sofort bis zur vollständigen Umsetzung dieser Sicherungsmaßnahme voll gesperrt werden. Zeitliche Prognosen hinsichtlich der Dauer der Sperrung sind derzeit noch nicht möglich. Es sei Gefahr im Verzug, heißt es in einer Mitteilung das Landratsamts Waldshut.

Das Landesamt für Geologie und Bergbau hat am Donnerstag, 15. Februar, den benannten Bereich auf eine Bitte des Landratsamtes vor Ort mit folgendem Ergebnis begutachtet: Im Kronenbereich der nordnordöstlich von der aktuellen Rutschung hoch aufragenden Steilwandkulisse sind mehrere Kluftkörper sichtbar, die offensichtlich allein auf Reibung liegen und als unmittelbar absturzgefährdet zu beurteilen sind.

Aufgrund der hohen Unfallgefahr soll als Sofortmaßnahme im Rahmen der Gefahrenabwehr der labile Abschnitt mittels einer Drahtseil-Netzschürze mit hoher Scherfestigkeit dauerhaft gegen einen Absturz gesichert werden. Hierzu wird eine systematische Rückverankerung der Netzschürze mittels Felsnägeln in kompaktem Mutterfels erforderlich. Die nun verordnete Vollsperrung gilt ab sofort. Die Umleitung erfolgt von Wehr über die B 518 und die B 34 nach Bad Säckingen, dann über die L 152 nach Rickenbach und die L 151 von Herrischried nach Todtmoos. Die Umleitung von Todtmoos nach Wehr erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

 

"Bisher gibt es nur punktuelle Risiken"

Daniela Borchert, Leiterin des Straßenbauamts am Landratsamt Waldshut, erklärt die Hintergründe und das weitere Vorgehen bezüglich der Felsstürze.

Frau Borchert, welche Ursache hatte der erneute Felssturz im Wehratal?

Aufgrund der Erosion mit verstärktem Regen mit Frost und Tauwetter im Wechsel sind die Hänge nicht statisch und es kam zum Felsabbruch. Eine Felssicherungsfirma war zur gleichen Zeit vor Ort.

Welche Maßnahmen werden derzeit unternommen, um weitere Felsabbrüche zu verhindern?

Zur sofortigen Sicherung wurden als Sofortmaßnahme labile Felsblöcke zerkleinert und entfernt, ein Felsbrocken wurde kurzfristig rückverankert. Die Rutschstelle wird von Felsblöcken geräumt. Eine dauerhafte und endgültige Sicherung in Form von einem Steinschlagschutzverbau wird an eine Spezialfirma vergeben.

Wird an den Hängen des Wehratals im Zuge der Sicherungsarbeiten nach weiteren Gefahrenstellen gesucht?

Im Zuge der Verkehrssicherungspflicht werden alle Täler in regelmäßigen Abständen von Spezialfirmen beräumt. Teilweise gibt es Gutachten von Geologen.

Gibt es Unterschiede im Wehratal im Vergleich zu den Felsabgängen im Albtal?

Nein, dies ist uns nicht bekannt. Bisher gibt es im Wehratal nur punktuelle Risiken, die beseitigt werden.

 

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