Das Dächlefest der Wehrer Katholiken wird es in diesem Jahr in seiner bisherigen Form nicht geben. Als Alternative bietet der Festausschuss der Pfarrei St. Martin einen Stehempfang mit Fingerfood und Aperitif im Pfarrhof an. Diese Änderung wurde nach der vergangenen Sitzung des Festausschusses von Leiterin Veronika Jeck bekanntgegeben.

Standards nicht erfüllt

Das Dächlefest, weltliches Pendant zum immer im Juni stattfindenden Kirchweihfest, musste demnach verändert werden, weil das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg auf konsequente Einhaltung von Sicherheitsstandards und Hygienevorschriften pocht. Die Auflagen seien am Veranstaltungsort, dem Alten Pfarrsaal, nicht zu erfüllen. Ohne umfangreiche Reparaturen und Erneuerungen dürfte es wohl endgültig vorbei sein mit den Festen zwischen Pfarrhaus und früherer Pfarrscheuer, die in den 1950er Jahren zu Gruppenräumen umgebaut worden war und heute noch den Sankt-Georgs-Pfadfindern als Unterkunft dient.

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Die traditionelle Sommerveranstaltung der Pfarrgemeinde, die in der Vergangenheit immer viele Gäste im Pfarrhof unter dem prächtigen Nussbaum zusammenführte, wurde nun abgesagt. Ganz streichen aus dem Kirchenkalender wollte der Festausschuss den Tag jedoch nicht. So soll als Alternative ein Stehempfang im Anschluss an den Festgottesdienst zu Kirchweih am letzten Sonntag im Juni angeboten werden.

Fest seit 108 Jahren

Das Kirchweihfest wird von den Wehrer Katholiken seit 108 Jahren gefeiert. Das Datum geht zurück auf den 28. Juni 1911. Damals weihte der Freiburger Erzbischof Konrad Nörber die umgebaute und um ein Drittel vergrößerte Sankt-Martins-Kirche. Nach ihrer Fertigstellung musste diese neu konsekriert, das heißt, wieder in den Dienst Gottes gestellt werden. Schließlich war die Kirche drei Jahre lang eine Baustelle gewesen. Dass sich der oberste Freiburger Kirchenpatriarch um die Weihe von St. Martin bemühte, war der Wehrer Bevölkerung einen großen Empfang wert.

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Die Pfarrlinde vor dem Pfarrhaus wurde mit Hunderten kleiner Lämpchen illuminiert und was Rang und Namen hatte, kam zur Begrüßung des Oberhirten. Festliche musikalische Begleitung bekam er von der Musikkapelle. Ob es schon immer in Verbindung mit Kirchweih ein weltliches Fest gegeben hat, ist nicht verbürgt. Zumindest gab es eine solche Kombination schon vor gut 50 Jahren.

Die Tradition

Mit der späteren festen Teilüberdachung des Pfarrhofs kam die Idee auf, das Pfarreifest in Dächlefest umzubenennen. Das war in der Zeit, als Eva Maurer Leiterin des katholischen Festausschusses war. Die Wehrer verbanden schon immer gerne sakrale Feste mit einem profanen Teil. So war es früher Brauch, am Josefstag (19. März), alle Männer dieses Namens mit einer Prozession zur Josefskapelle im Enkendorf und dort mit einer gemeinsamen Messfeier zu ehren. Das alles ging auf das Konto des katholischen Gesellenvereins. Ein weiteres klassisches Beispiel ist heute noch das Patrozinium der Pfarrei. Dabei schließt sich dem kirchlichen Festgottesdienst stets ein weltlicher Teil mit Bewirtung und Basaren im Pfarrzentrum an.