„Auf gute Nachbarschaft – ihr wisst ja, wo ich wohne.“ Gleich in doppelter Funktion durfte Michael Thater seiner Freude Ausdruck verleihen. Als Anwohner und Bürgermeister der Stadt Wehr gab er vor einer stattlichen Nachbarschaftsfestkulisse offiziell die Fertigstellung der Aufenthaltsflächen in der Joseph-Haydn-Straße bekannt. Gesetzt wurde damit ein schmuckes Mosaikschlusssteinchen unter das Großprojekt „Große Zelg II“, das, nach Aussagen der Stadtverwaltung, als „Vorbild für die Entwicklung zukünftiger Baugebiete in der Stadt Wehr“ dienen werde.

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Inwieweit diese Vorbildfunktion im Fall des geplanten Baugebietes „Habiken“ seine Wirkung entfalten kann, muss dahin gestellt blieben. Thater dankte rückblickend den 42 Grundstückseigentümern, die durch den Verkauf ihrer Grundstücke den Weg für das Neubaugebiet „Große Zelg II“ mit Erschließungskosten in Höhe von fünf Millionen Euro freigemacht hätten. Gleichzeitig deutete der Rathauschef gewisse Verzögerungen beim Erwerb von Bauflächen im geplanten Neubaugebiet „Habiken“ an. Allzu sehr scheint die Wehrer Stadtverwaltung „Wertsammlern“ aber nicht entgegenkommen zu wollen, wie Thater andeutete. „Wenn das nicht klappt, dann gehen wir woanders hin“, kündigte er an.

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Die gute Stimmung ließen sich Stadtverwaltung und Anwohner an diesem hochsommerlichen Abend aber nicht verderben. In Anwesenheit altgediente Stadträte wie Paul Erhart, Sabine Kramer-Rempe, Karin Gallmann oder Claudia Arnold, die das Projekt im Gemeinderat mitgetragen und mitentschieden hatten, gab Thater einen kurzen Abriss des in neun Jahren umgesetzten Projektes. Nach vollstündiger Bebauung sind nach Angaben des Rathauses auf dem 75 Hektar großen Areal 175 neue Wohnungen für 400 Bewohner entstanden.

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Für gelöste Stimmung sorgte die Bewirtung der zahlreichen Anwohner mit gekühlten Getränken. Eine lange Warteschlange bildete sich vor dem Eiswagen, den die Stadtverwaltung für diesen Anlass auf der Zelg engagiert hatte. Thater verschwieg nicht, dass Argumente von Kritikern an ihn herangetragen worden seien, die für einen Verzicht auf Aufenthaltsflächen zugunsten von weiteren Wohneinheiten oder Autostellplätzen plädiert hätten. Der Bürgermeister warb um Akzeptanz: „Die Stadt freut sich, wenn alle nicht nur hier wohnen, sondern die Aufenthaltsflächen zur Erholung nutzen.“

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Dass der Haussegen aufgrund der Aufenthaltsflächen in Schieflage geraten könnte, braucht aber nicht befürchtet zu werden. Die von März bis Juli dauernden Arbeiten der Rickenbacher Gartenbaufirma Gerteiser standen jedenfalls unter einem überaus günstigen Stern, wie Bauamtsmitarbeiter Helge Laufer gegenüber der Presse erklärte. Geradezu rührend hätten sich viele Anwohner um die Mitarbeiter der Firma gekümmert und diese bei den sommerlichen hohen Temperaturen mit Getränken versorgt, so Laufer.