Auf Herz und Nieren geprüft wird aktuell die Organisationsstruktur der VHS Wehr. Den aktuellen Sachstand zu der geplanten Qualitätszertifizierung präsentierten die Zertifizierungsbeauftragte Liping Li zusammen mit Kulturamtsleiter Reinhard Valenta und die VHS-Sachbearbeiterin Carina Wanowski am Dienstagabend im Gemeinderat. Einstimmig votierten die Stadträte anschließend für die neue VHS-Satzung.

Zufrieden mit dem Ergebnis

„Wir haben uns lange vor einer Zertifizierung geziert“, stellte Bürgermeister Michael Thater im Gemeinderat fest. Da aber ab 2022 eine Zertifizierung notwendig ist, um weiterhin in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, habe man das ungeliebte Thema nun doch angehen müssen, so auch Valenta. Tatsächlich sei man nun mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Der Zertifizierungsprozess bringt frischen Schwung und viele neue Impulse“, freut sich Valenta. Mit Liping Li habe man eine hoch qualifizierte Fachfrau gewinnen können. Die pensionierte Mathematikerin war über lange Jahre im Berufsleben mit Iso-Zertifizierungsprozessen betraut.

Größere Baustellen

Nach einer Stärken-Schwächen-Analyse konnte Li bereits im September 2018 die größten Baustellen identifizieren. Neben dem fehlenden Leitbild und der veralteten Satzung monierte die Fachfrau auch die nicht mehr zeitgemäße Internetseite und die zu geringe Anleitung für die Dozenten. Seitdem wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, welche bereits die ersten Ergebnisse erzielt hat. So stimmten die Gemeinderäte jetzt einstimmig für die Neufassung der VHS-Satzung, welche noch aus dem Jahr 1986 stammte. Auch wurde ein Handbuch für die Dozenten erstellt und eine erste positive Rückmeldung vom VHS-Landesverband eingeholt, freute sich Valenta.

Dokumente werden zwei Monate früher eingereicht, als geplant

Aktuell würden nun die für die offizielle Zertifizierung notwendigen Dokumente zusammengestellt, erklärte Liping Li. Diese sollen bereits zum Monatsende eingereicht werden, mehr als zwei Monate vor dem geplanten Termin. Viel Lob für die stringente Arbeit gab es für die Zertifizierungsbeauftragte Li: „Sie haben hervorragende Arbeit geleistet und waren wirklich mit Herzblut dabei“, fasste Karin Gallmann (SPD) den Dank der Gemeinderäte zusammen. Christoph Eckert (CDU) begrüßte zudem den offenen Umgang mit den Schwächen der VHS.

Verpflichtend für Fördermittel

Die Qualitätszertifizierung für die baden-württembergischen Volkshochschulen wurde zunächst freiwillig, später verpflichtend für weitere Fördermittel vom Volkshochschulverband des Landes eingeführt. Bei rund 7,50 Euro Förderung pro Unterrichtseinheit würden der VHS Wehr bei etwa 3000 Einheiten im Jahr so mehr als 20 000 Euro fehlen, rechnete Wanowski vor.