Die Stadt Wehr stellt ab Donnerstag den Betrieb des Bürgerbusses bis auf weiteres ein. Dies teilte Bürgermeister Michael Thater mit. Damit reagiert die Stadt auf die verordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Gegenüber unserer Zeitung betont Michael Thater, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. „Grundsätzlich tue ich mich sehr schwer, gerade die Angebote für die besonders Bedürftigen zu streichen“, so Thater, der in diesem Zusammenhang auch den Tafelladen nennt. Zwischenzeitlich sei die Zahl der regelmäßigen Nutzer des Busses auf etwa 15 Personen angestiegen. Doch gerade beim Bürgerbus zählt das Klientel aufgrund des Alters zur Risikogruppe bei einer Covid-19-Erkrankung.

Beim Bürgerbus habe die Stadt in den vergangenen Tagen eine intensive Risikoabwägung vorgenommen, erklärt Thater. „Zuerst haben wir uns an den ÖPNV-Corona-Leitlinien des Landes orientiert.“ Da das Angebot im Wesentlichen auch von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern getragen werde, habe die Stadt auch bei diesen nachgefragt. „Alle wollen weiter fahren“, so Thater vor ein paar Tagen. Auch bei den regelmäßigen Fahrgästen sei nachgefragt worden. Das Ergebnis: Die meisten bräuchten den Bürgerbus essenziell. Daher habe sich die Stadt in der vergangenen Woche dafür entschieden, das Angebot aufrecht zu erhalten solange es vertretbar sei. Dabei seien auch die Vorgaben auf die vom Land empfohlenen Regeln angepasst worden: Die Chauffeure sollten zum Schutz nur mit Mundschutz und Handschuhen fahren.

Doch mit den neuen Kontaktminimierungsgeboten und -verordnungen von Bundes- und Landesregierung vom vergangenen Wochenende sind nun auch diese Vorsichtsmaßnahmen hinfällig. Gerade Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen wird eindringlich empfohlen, zu Hause zu bleiben und Kontakte mit anderen Personen auf das allernotwendigste zu beschränken.

Am Montag hat die Stadtverwaltung die Situation neu bewertet und sich dafür entschieden, den Bürgerbus vorläufig einzustellen. Damit folgt sie dem Beispiel des Murger Bürgerbusses, der ebenfalls von ehrenamtlichen Fahrern getragen wird. Dort wurde der Busverkehr zum Schutz der Fahrer und Fahrgäste schon am 15. März eingestellt.

Hier bekommen Wehrer Hilfe freihaus

Essen: Mit der jüngsten Corona-Verordnung wurden alle Gaststätten geschlossen. Nahezu alle Wehrer Betriebe bieten nun stattdessen einen Liefer- oder Abholdienst für Speisen an.

Einkaufen: Der Verein Miteinander-Füreinander bietet Hilfe für Senioren und Risikogruppen an. Ob Einkaufen, Gassi gehen oder ander Dienstleistungen. Kontakt über Silke März-Mathieu, Telefon 07762/8099079 oder Susanne Fricker, Telefon 07762/1341 oder per E-Mail: info@mitfuer-wehr.de

Auch aus der Facebookgruppe „Z‘Wehr git‘s mehr“ ist eine Hilfsaktion entstanden, die sich vor allem er „z‘Wehr hilft Wehr“-Telefonnummer 07762/807482 von Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr zu erreichen. Zusätzlich ist zu jeder Zeit die Kontaktaufnahme via WhatsApp an 0171/1105688 möglich.

Aktion #SKverbindet; Um Hilfsbedürftige mit Unterstützern zusammenzubringen, hat der SÜDKURIER das kostenlose Angebot #SKverbindet ins Leben gerufen. Auf der Internetseite www.skverbindet.de finden Sie mögliche Unterstützer in der Nachbarschaft für Ihren konkreten Bedarf – beispielsweise Einkäufe erledigen, einen Fahrdienst, die kurzzeitige Betreuung von Kindern, mit dem Hund Gassi gehen oder Hilfe bei der Einrichtung ihres PC oder Smartphones für beispielsweise Videotelefonie.

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