Wehr Brennet-Chef Denk legt bei Streit um das Wehrer Brennet-Areal nach: Scharfe Kritik an Bürgermeister und Gemeinderat

Der streitbare Brennet-Chef Stephan Denk legt im Ringen um die Umgestaltung des Wehrer Brennet-Areals nach: In einem offenen Brief kritisiert er Bürgermeister Michael Thater und und Gemeinderat Christoph Schmidt für öffentliche Äußerungen. Vor allem bezeichnet er Vergleiche mit dem Bad Säckinger Brennet-Areal als fragwürdig. Bürgermeister Michael Thater zeigt sich derweil weiterhin gesprächsbereit.

Im Ringen um die Umgestaltung des Wehrer Brennet-Areals hat der Investor und Geschäftsführer der Brennet GmbH, Stephan Denk, mit einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Thater nachgelegt. Konkret kritisiert Denk in seinem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, öffentliche Äußerungen Thaters und des Gemeinderats Christoph Schmidt (FW) als „Halbwahrheiten“. Zwei Punkte stoßen Stephan Denk in der aktuellen Debatte besonders auf, wie er in seinem Brief darstellt: Zum einen weist er Vergleiche mit früheren Problemen und Verzögerungen zurück, die es bei der Umgestaltung des Brennet-Areals in Bad Säckingen gegeben hatte. Zum anderen widerspricht er entschieden der Behauptung, dass sich die Umgestaltung des Wehrer Brennet-Areals auch für die Brennet GmbH auszahlen würde. Bürgermeister Thater sagte auf Anfrage unsere Zeitung, ihm lige der offene Brief noch nicht vor. Deshalb wollte er das Schreiben auch nicht kommentieren.

Im Hinblick auf das Brennet-Areal Bad Säckingen sei es zwar richtig, dass „es fast zehn Jahre gedauert hat, um in Bad Säckingen endlich zu dem zu kommen, was auch für Wehr und für uns sinnvoll gewesen wäre“, betont Stephan Denk in seinem Schreiben. Allerdings seien „mindestens fünf Jahre“ auf die Äußerung eines Gemeinderats zurückzuführen gewesen, der Zuschüsse, die für den Abriss der alten Fabrikhallen hätten beantrag werden können, als „legalen Steuerbetrug“ bezeichnet hatte. In der Folge seien die Zuschüsse gestrichen und das Projekt auf Eis gelegt worden, weil nicht ausreichend Geld zur Verfügung gestanden hat“, führt Denk näher aus. Dieser „superintelligente Einwand“ habe Mehrkosten von einer Million Euro verursacht.

Mit der Situation in Wehr sei all dies nicht vergleichbar, sagt Denk, obwohl städtische Vorgaben im Hinblick auf die Gastronomienutzung in einem der Gebäude aus seiner Sicht ebenso fragwürdig seien, wie der Einwand des Bad Säckinger Gemeinderats. „Unstreitig bleibt, dass ich mit Ihnen und Ihrem Gemeinderat derartige Auseinandersetzungen nicht mehr haben werde“, kommentiert Denk vielsagend und untermauert damit zugleich seine Absicht zum Ausstieg aus dem Vorhaben.

Gleichzeitig weist der Investor Äußerungen von Stadtrat Christoph Schmidt zurück, wonach das Projekt Brennet-Areal eine „Win-win-Situation“ sei. Schmidt sei offenbar zu einseitig informiert. Die Zahlen und Berechnungen belegten, dass „der Kapitalrückfluss bei 42 bis 45 Jahren liegen“ werde. Überhaupt seien wirtschaftliche Interessen nie der Motor für das Vorgehen beim Brennet-Areal-Umgestaltung gewesen, sondern die Absicht, „der Stadt Wehr keine Nachteile erwachsen zu lassen“.

Bürgermeister Thater mahnt hingegen weiterhin dazu, im Gespräch zu bleiben: „Dinge lassen sich im Dialog eher klären, als durch Kommunikation über die Presse.“ Thater hatte bereits mehrfach betont, dass es sich bei der Gastronomie-Nutzung des am Rand des Areals gelegenen Gebäudes lediglich um einen Vorschlag handle – und keineswegs um eine Vorgabe seitens der Stadt.

Der offene Brief im Wortlaut:

Offener Brief

1 Zitat „Der Sonntag" vom 01.04.2018

„Doch die Realisierung in Bad Säckingen zog sich über knapp 10 Jahre hin immer wieder war es zu Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und Investor Denk gekommen" 2. Zitat im „Südkurier" vom 05. April 2018 (Christoph Schmidt)

„Die Presseerklärung ist korrekt, dem können wir uns nur anschliessen. Die Gespräche sollten weitergeführt werden. Das Brennet-Areal ist eine Win-win-Situation für beide Seiten. Ich hoffe ..."

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

aus der Presse entnehme ich, was Sie für ein „überragender Mensch" sind. Ihre eigenen Worte aber stimmen mich schon nachdenklich.

Ihre Verelendungsdebatte über Denk / Bürgermeister in Bad Säckingen und Wehr geht mir langsam auf den Wecker.

Ich bin beauftragt, Schaden vom Unternehmen Brennet fernzuhalten, und ich bin nicht Ihr ja-sagender Mitarbeiter. Hier scheint es zuweilen Verwechslungen zu geben. Schaden würde oder wäre und ist uns entstanden durch die teilweise grotesken Forderungen beider Kommunen.

Ich habe unsere Meinungsverschiedenheiten aus Ihrem Bürgermeisterwahlkampf herausgehalten, was Sie offensichtlich nicht hindert zu versuchen mit Halbwahrheiten die Burger von Wehr „auf Ihre Seite" zu ziehen.

Zu 1.

• Es ist richtig, dass es fast 10 Jahre gedauert hat, um in Bad Säckingen endlich zu dem zu kommen, was auch für Wehr und für uns sinnvoll gewesen wäre

• Der zweite Teil der Wahrheit wäre allerdings gewesen, wenn Sie den entscheidenden Grund für mindestens 5 Jahre Stillstand genannt hätten, nämlich, dass ein Gemeinderatsmitglied in einer öffentlichen Sitzung folgenden Spruch losgelassen hat:

„Die Zuschüsse, die vom Land genehmigt wuiden sind legale Steuerhinterziehung".

Die Folge davon war, dass innerhalb von nicht einmal einer Woche die Zuschüsse gestrichen und das Projekt auf Eis gelegt werden musste, weil nicht ausreichend Geld zur Verfügung ge- standen hat.

Dieser Stadtrat hat uns bzw der Stadt ca. EUR 1,0 Mio. durch seinen „superintelligenten" Einwand gekostet.

(Im Übrigen ist Ihre Forderung in Sachen Gastronomie auch nicht weit von der o.a Aussage entfernt.)

• Stattdessen haben Sie auf meine Differenzen mit der Stadt Bad Säckingen abgehoben. Mit welcher Tendenz ist nicht zu überlesen.

Darf ich Sie daran erinnern, dass Halbwahrheiten auch Lügen sind.

Unstreitig bleibt, dass ich mit Ihnen und Ihrem Gemeinderat derartige Auseinandersetzungen nicht mehr haben werde.

Zu 2

Der Gemeinderat Christoph Schmidt spricht von einer Win-win-Situation und ist „mit allem einver- standen was Sie in Ihrer Pressemitteilung geäussert haben".

• Woher will Herr Schmidt denn wissen was richtig und was falsch ist, wenn er nur von Ihnen orientiert wurde?

Woher wollen Sie wissen was Win-win ist?

• Sie können jederzeit die Zahlen einsehen, soweit Sie vorliegen und Sie werden erkennen, dass für uns nichts anderes Motor für ein gemeinsames Vorgehen war, der Stadt Wehr keine Nachteile erwachsen zu lassen.

• Nach den heutigen Zahlen, – die endgültigen liegen natürlich noch nicht vor – wird der Kapi- talrückfluss bei 42 – 45 Jahren liegen und wenn Sie das als Win-win-Situation bei dem Ge- meinderat deklariert haben .. . na ja ich lerne gerne noch dazu.

• Eine Frage bleibt bei Herrn C. Schmidt „Wie hoch sind eigentlich die Umsätze von Herrn Christoph Schmidt mit der Stadt Wehr"?

Hochachtungsvoll

BRENNET GmbH

gez. Stephan Denk

P.S. „Zum Dickbrettbohren gehören „Dickbrett-Bohrer"

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