Zahlreiche Bären haben sich bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend in der Wehrer Zunftstube für etwas mehr Eigenständigkeit ausgesprochen. Mehr eigene Veranstaltungen und neue Fasnachtsumzüge besuchen, sind der beherzt vorgetragene Wunsch der aktiven Bären in der Bärenzunft. Sabrina Burczyk sieht als Vorsitzende der Bärenzunft am Narrenfahrplan für die heute beginnende Saison „noch Änderungsmöglichkeiten“. 17 Ehrungen sind verliehen worden. Der Mitgliedsbeitrag für die Aktiven wird deutlich erhöht.

In den vergangenen Jahren sind die Mitgliedsbeiträge nicht erhöht worden. „Wir brauchen ein Polster in der Kasse“, gestand Burczyk gegenüber den zahlreichen Mitgliedern ein. Die bisherigen Einnahmen während der Fasnacht und beim 1. Maifest waren nicht rosig – über Jahre hinweg. Die Ausgabenseite, insbesondere für die Buskosten, ist zum Teil beträchtlich gestiegen. Für die 98 passiven Mitglieder in der Bärenzunft wird weiterhin nur acht Euro Jahresmitgliedschaft erhoben.

Den 49 aktiven Bären wird in drei Mitgliederklassen nun eingezogen: ab 18 Jahren 30 Euro statt bisher 10 Euro; der Familienbeitrag wird von 15 Euro auf 45 Euro erhöht und eine neue Klasse für Jugendliche bis 21 Jahren von 15 Euro ist erfolgt. „Wir wollen was von der Fasnacht haben, daher eine akzeptable Erhöhung“, so von einem Mitglied wohlwollend kommentiert.

Bis auf eine Enthaltung folgten die zahlreich anwesenden Mitglieder dem Vorschlag des Vorstands. Weiterhin gelte ein Aufnahmestopp in der Bärenzunft. Was sich an der Anzahl der vorhandenen Bären-Häs orientiert und übliche Praxis bei vielen Zünften ist. Ein wenig exklusiv bleiben die Wehrer Bären, und der bestehende intensive Zusammenhalt der Aktiven bleibe im Vordergrund.

Der zeigte sich auch bei der nachdrücklich geführten Diskussion über den Narrenfahrplan. Nur drei auswärtige Termine sei deutlich zu wenig. Gleichzeitig schwelte ein seit längerem bestehender Groll gegenüber der Planung wieder auf. Eigenständigkeit und nicht immer nur mit der Wehrer Narrenzunft zusammen – viele Bären wollen sich auf Neues und frischen Wind einlassen. „Da im Kleinen Wiesental, in Wieslet, da geht was ab“, oder „in der nahen Umgebung passen wir Bären auch rein“, kam vonseiten der Aktive als konstruktive und positive Meinungsäußerungen zuhauf. Vorstandschefin Burczyk zeigte sich sehr aufgeschlossen und nimmt die Wünsche an.

Seit 1955 ist die Bärenzunft ein reger Teil der Fasnacht in Wehr. Dementsprechend lang war die Ehrung für die Mitglieder. Seit 60 Jahren sind Günter Felber, Peter Oertli un Hans-Jörg Zeller dabei. Hans-Peter Lüttner kommt auf 55 Jahre, Ralf Braun auf 45 Jahre. Für 35 Jahre sind Oliver Brüderle, Adalbert Leuter, Wolfgang Busshart, Claudia Lais und Josef Wassmer geehrt worden. Ilona Kramer für 30, Bernhard Rotzler, Matthias Kaiser und Antonio Nicolosi für 25 Jahre. Die erste Ehrung für zehn Jahre bei der Bärenzunft erhielten Melanie Kolofrat, Markus Chlebus und Ines Jetzer.