Das Besucherinteresse ist eine Variable, die manchmal schwieriger vorherzusagen ist als das Wetter. Diese Erfahrung machten Wehrs Umweltschutzbeauftragter Clemens Thoma, der Stadtförster und Beauftragte des European Energy Award (EEA), Georg Freidel, sowie Anselm Laube von der Energieagentur Lörrach, als sie am Donnerstag bei der Eröffnung der Ausstellung zum Thema Energiewende und Solarenergie alleine in der Mediathek waren. Zu dem im Anschluss vorgesehenen Beratungsabend schaute immerhin eine Interessentin kurz vorbei.

„Das Thema bewegt die Menschen mehr, als man annehmen könnte“, meinte Clemens Thoma und machte das gute Wetter und die Konkurrenz anderer Termine – etwa zum Thema Hochrheinautobahn – als Gründe für das Ausbleiben der Besucher aus. Andere Veranstaltungen der von dem EEA-Team in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule organisierten Werkstattreihe „Neue Energiewelt“ seien besser angenommen worden. „Als es um die Revolution im Heizungskeller ging, war der halbe Hotzenwald gekommen“, so der Umweltschutzbeauftragte. Das Ziel, die Menschen zu einem umweltverträglichen Lebensstil zu ermuntern, sie durch Energieberater zu begleiten und von Seiten der Verwaltung zu unterstützen, sei richtig, so die Referenten. Sie betonten, dass es keiner „kühnen Schritte“ bedürfe, um einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten – dies könne jeder durch verschiedene kleine Maßnahmen in seinem Haushalt leisten. „Darüber hätten wir die Besucher heute abend gerne informiert“, so Clemens Thoma.

Informationen einholen können sich die Besucher in der Mediathek, wo eine vom Umweltministerium Stuttgart konzipierte Ausstellung präsentiert wird. „Ziel des Landes ist es, den Energieverbrauch bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren und bis dahin 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen, so dass 90 Prozent weniger Treibhausgase anfallen“, erklärte Anselm Laube. Sehr anschaulich und für jedermann verständlich liefern die Tafeln allgemeine Informationen über die Solarenergie sowie den Aufbau und die Funktion einer Solarzelle. „Die Zellen bestehen aus Silizium, und dieses Element kann aus Wüstensand gewonnen werden, steht also in riesigen Mengen zur Verfügung“, so Anselm Laube. Weiterhin kann sich jeder über den Platzbedarf und die Leistungen einer Solaranlage informieren, um abzuschätzen, ob sich das eigene Heim für eine entsprechende Installation eignet.

Die nächste Veranstaltung dieser Reihe findet am Mittwoch, 25. April, 19 Uhr, im Festsaal des Rathauses statt. Darin geht es um die Gründung einer Energiegenossenschaft. Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 17. Mai, während der Öffnungszeiten der Mediathek zu besichtigen.