Schleichend nahte das Ende der Wanderfreunde Rhein-Wehra. Seit 2011 war das latente Problem von Überalterung im Verein und im Vorstand bekannt. Der 1978 gegründete Verein der Wanderfreunde Rhein-Wehra hatte über den Fortbestand des Vereinszwecks mit sich gerungen.

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Die eigenen Maßstäbe an einem fortwährenden aktiven Vereinswandern sind nach eigener Auffassung nicht mehr erfüllt worden. Jetzt ist die Auflösung des Vereins ganz im Sinne der rechtlichen Vorgaben eingeleitet worden. Zum Mittwochabend war im Öflinger Gasthaus „Zur Säge“ für eine außerordentliche Mitgliederversammlung geladen worden.

Erinnerungen an die Anfänge

Der Vorsitzende Ernst Büttgen hatte von Anfang an einen traurigen Tenor angeschlagen. Eine einstmals aktive Fußballertruppe in Öflingen „hatte beschlossen, weiterhin was für die Gesundheit zu machen“, beschrieb Büttgen die Gründungsinitiation. Am 24. November 1978 bewerkstelligte sich die vereinsrechtliche Formierung. Wandern im Verein, die Teilnahme an Volkswanderläufen und eine gelebte Gemeinschaft von Freunden etablierte sich in den Folgejahren.

Auch mehrtägige Ausflüge waren schnell organisiert. Zu Spitzenzeiten schwoll der Mitgliederstand auf über 200 Wanderern an; zum Schluss sind 48 übrig geblieben. Die freundschaftliche Verbundenheit untereinander war bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung hörbar. Büttgen traf den passenden Ton als Sachwalter der Auflösung, 20 anwesende Mitglieder folgten dem Weg.

Gesetzliche Vorgaben

Ein selbstgewählter Weg. Jetzt kommen die gesetzlichen Vorgaben und Rechtsgrundlagen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) für die Auflösung zum Tragen. Tunlichst achteten Büttgen und seine Vorstandskollegen auf die korrekte Einhaltung. Zentral für die Abmeldung als Verein ist das Registergericht am Amtsgericht Freiburg.

Von dort aus kamen nach Rücksprache die Hinweise für die nötigen verfahrensmäßigen Schritte. Erneut ist die Kasse im Verein geprüft worden. Als Gesamtvermögen sind 107 Euro bilanziert worden. Kasse wie Vorstand sind einstimmig entlastet worden. Danach folgten der Auflösungsbeschluss und die Überleitung in das Liquidationsverfahren. Im kommenden Abwicklungsstadium sind die Vorstandsmitglieder allesamt vertretungsberechtigt.

Auflösung in einem Jahr besiegelt

Ein öffentlicher Hinweis zur Vereinsauflösung ist bereits ergangen. Die eigentlichen Kosten für die Auflösung beschränken sich auf eine Beglaubigung der Unterschrift der vertretungsberechtigten Personen. Die erfolgt nun vor einem Notar oder einem Ratsschreiber in einer Grundbucheinsichtsstelle. Büttgen hatte schrittweise alle Belange der Auflösung vorgetragen. Ab sofort gilt ein Sperrjahr, erst danach ist der besiegelte Schlusspunkt erreicht und die Eintragung im Vereinsregister wird erlöschen. Die nun einstigen Mitglieder der Wanderfreunde Rhein-Wehra pflegen die persönlichen Bande fort.