Wehr – Nicht nur zieht es immer wieder neue Einwohner ins malerische Wehratal, wie die anhaltend große Nachfrage nach Bauplätzen immer wieder zeigt. Das immer mehr Paare auch gerne eine Familie in Wehr gründen, zeigen die aktuellen Zahlen des Standesamtes.

Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr 64 Paare in Wehr den Bund fürs Leben. "Es freut uns besonders, da es sich zeigt, dass sich wieder mehr Paare trauen, "vertraut" zu werden und das Wehr als Trauungsort nicht nur bei den Wehrer Bürgern beliebt ist, sondern mittlerweile auch im Umkreis" freuen sich Standesbeamtin Simone Oßwald und Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz. Seit Oktober gelte zudem die Ehe für alle. Erfreulich sei, dass seitdem zwei Paare ihre eingetragene Lebenspartnerschaften in eine Ehe umwandeln lassen. Neue Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare hätte es seitdem aber noch nicht gegeben. Hinsichtlich der Namensführung halten es die Wehrer weiterhin traditionell: 85 Prozent entscheiden sich dafür, gemeinsam den Nachnamen des Mannes zu führen. In immerhin drei Fällen wurde der Name der Frau übernommen, fünf Paare behielten ihre jeweiligen Nachnamen. Dafür sind die Zeiten der einfachen Trauung im Dienstzimmer der Standesbeamtin für die Mehrheit der angehenden Eheleute passé: Nur vier Paare schlossen hier die Ehe, während die Mehrheit das erweiterte Angebot an Trauorten bevorzugte. Am beliebtesten sei hier der barocke Trausaal im Neuen Schloss mit seinem festlichen Ambiente, so Schmitz. Besonders größere Gesellschaften schätzen die Galerie des Alten Schlosses. Dank des gläsernen Aufzugs ist der Braut hier ein besonderes Auftritt garantiert.

Klein aber fein heiratet es sich im Öflinger Trauzimmer, das im vergangene Jahr von vier Paaren genutzt wurde. Trotz höherer Nachfrage konnten im Pavillon des Schlössles leider nur zwei Ehen geschlossen werden, bedauert der Ordnungsamtsleiter. Die Wetterkapriolen des vergangene Jahres und der nasskalte September machte hier einigen Paaren einen Strich durch die Hochzeitsplanung. Für sechs Paare ging es für den Jubeltag hingegen in die weite Welt hinaus: sie ließen sich ein internationales Ehefähigkeitszeugnis ausstellen, mit dem man auch im Ausland heiraten darf. Traditionsbewusstsein zeigen die Wehrer auch hinsichtlich der Art der Trauung: Der schönste Tag im Leben wird von immer mehr Paaren auch mit einer kirchlichen Trauung gefeiert. Verbanden 2016 noch 25 Paare die standesamtliche Hochzeit mit einer kirchlichen Trauung, waren es 2017 bereits 36. Parallel zu diesem Trend werde auch die Hochzeit am Samstag immer beliebter, erklärt Simone Oßwald. Über die Hälfte aller Paare sicherten sich im vergangenen Jahr einen der beliebten Termine am Wochenende.

Ein Ende fanden schließlich 73 der Ehen in Wehr, sowohl durch Scheidung oder auch durch den Tod eins Ehegatten. Die Sterbefälle insgesamt in Wehr gingen von 75 Verstorbenen 2016 mit nur 53 Fällen im vergangenen Jahr deutlich zurück. Viele Wehrer Bürger würden in Krankenhäusern außerhalb Wehrs versterben, erklärt der Ordnungsamtsleiter diese Entwicklung. Umso mehr freut sich Standesbeamtin Simone Oßwald, dass 2017 tatsächlich eine Geburt in Wehr beurkundet werden konnte – und dass ohne ein lokales Wehrer Krankenhaus. Schließlich erblickten die weiteren 142 neugeborenen Wehrer das Licht der Welt außerhalb des Wehratals.

Die Zahl der Kirchenaustritte, die beim Wehrer Standesamt beurkundet wurden, lag 2017 bei insgesamt 90. Eine exakte Verteilung auf die verschiedene Konfessionen liegt nicht vor. Auf Nachfrage teilte das evangelische Pfarramt mit, dass mit 31 Austritten die Tendenz fallend sei. Im vergangenen Jahr habe die evenagelische Kirchengemeinde ein Drittel mehr Austritte zu verkraften gehabt. Auch die Zahl der Taufen sei erfreulicherweise im Laufe der letzten Jahre auf zuletzt 30 Taufen gestiegen, teilt das evangelische Pfarramt Wehr auf Nachfrage mit. Die katholische Gemeinde konnte noch keine Zahlen zum vergegangen Jahr nennen.