Über mehrere Stunden waren in der Stadt die Polizeisirenen zu hören, Helikopter kreisten über der Stadt und Straßensperren rund um die Innenstadt sorgten für ein erhebliches Chaos auf den Straßen.

Gegen 9.30 Uhr war vor einem Döner-Restaurant in der Wehrer Hauptstraße ein verdächtiger Koffer gefunden worden. Passanten alarmierten die Beamten des Wehrer Polizeipostens, die den Gegenstand in Augenschein nahmen. Weil aus dem Koffer mehrere Kabel heraus schauten, verständigten sie den Kampfmittelräumdienst in Stuttgart und begannen sofort, den Fundort abzusperren. Beschränkte sich die Sperrzone zunächst auf den Bereich zwischen Modehaus Bär und Storchehus, wurde sie im Laufe des Vormittags immer weiter gefasst.

Der Tatort: Das Döner-Restaurant nach der Beseitigung der Bombenattrappe durch den Kampfmittelräumdienst. Bild: Monika Olheide
Der Tatort: Das Döner-Restaurant nach der Beseitigung der Bombenattrappe durch den Kampfmittelräumdienst. | Bild: Monika Olheide

Am späten Vormittag wurden als Vorsichtsmaßnahme sämtliche Wohnhäuser im Umkreis von 500 Metern evakuiert. Auch etwa 200 Bewohner der Talstraße, der Todtmooser Straße und der Storchenstraße waren betroffen. Die Stadt öffnete die Stadthalle als Ausweichquartier für die Bewohner der Innenstadt, dies wurde aber von niemandem in Anspruch genommen – vermutlich war das Geschehen auf der Straße dafür zu spannend. Hunderte Schaulustige beobachteten Geschehen und diskutierten die Ereignisse. Die Schüler der Talschule wurden von den Lehrern in die Klassenzimmer beordert. Trotz der potenziellen Gefahr blieb die Atmosphäre angespannt ruhig. 

Die Polizei ermittelt und informiert die Bürger.
Die Polizei ermittelt und informiert die Bürger. | Bild: Andreas Kohl

Ein Großaufgebot der Polizei war vor Ort, der Verkehr wurde großräumig umgeleitet. Auch Sprengstoffspürhunde wurden angefordert. Die Wehrer Feuerwehr war in Alarmbereitschaft. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdiensts kamen mit ihrer Technik gegen 12.40 Uhr in Wehr an und begannen sofort mit ihrer Arbeit. Sogenannte „Delaborierer“ sind ausschließlich für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zuständig. Sie öffneten den Koffer mit Hilfe eines speziellen Roboters. Schon gut eine halbe Stunde später meldeten sie Vollzug und gaben Entwarnung: Bei dem Koffer handelte es sich um eine Attrappe, von dem keine echte Gefahr ausging. Die Evakuierungen und Straßensperrungen wurden umgehend aufgehoben.

Über die Hintergründe der Bombenattrappe herrscht noch Unklarheit. Die Kriminalpolizei versucht nun den Urheber der Bombenattrappe zu ermitteln. Dazu wird der Koffer kriminaltechnisch untersucht. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat die Ermittlungen wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten übernommen. Sie ist im badischen Landesteil als Schwerpunktstaatsanwaltschaft zuständig für die Bearbeitung von Staatsschutzangelegenheiten.