Zu seinem 30-jährigen Bestehen veranstaltete der Zonta Club Südschwarzwald am Donnerstagabend in der Mediathek in Wehr eine Autorenlesung mit der Autorin Julia Heinecke. In Zusammenarbeit mit der Mediathek und der Buchhandlung Volk las die Freiburgerin aus ihrem neuen Roman „Kalte Herzen – Eine Magd aus dem Schwarzwald“. Die lebensnahe Geschichte schildert das schwierige Schicksal einer jungen Frau und ledigen Mutter im Schwarzwald in den 1950er Jahren.

Thema passt zum Zonta Club

Zonta Club Präsidentin Nicole Aellig-Lang erklärte bei dem Leseabend einführend, dass das Thema des Romans gut zum Zonta Club passe, da die weltweit agierende Service-Organisation benachteiligte Frauen unterstütze und sich für deren Rechte einsetze. Es gebe noch viele Menschen aus dieser Zeit, erklärte die Präsidentin, die bis heute unter dem Makel leiden, uneheliche Kinder geboren zu haben oder als solches geboren worden zu sein.

Gesellschaftliches Tabu

Der berührende Roman „Kalte Herzen“ greift das gesellschaftliche Tabuthema lediger Mütter auf. Er knüpft an den ersten Roman „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ der Autorin an, worin die Kulturwissenschaftlerin Julia Heinecke das Leben ehemaligen Hütejungen im Schwarzwald auf fremdem Bauernhöfen schildert.

18-Jährige wird ledig schwanger

In ihrem zweiten Roman „Kalte Herzen“ erzählt die Volkskundlerin das Schicksal der 18-jährigen Sekretärin Irmi aus Freiburg, die Anfang der 1950er Jahre unverheiratet schwanger wird. Der Vater wirft sie erzürnt als Schandfleck aus dem Haus.

Immer wieder Konflikte

Mit der Hilfe ihres Bruders Miggi findet die ledige Mutter Irmi schließlich Unterschlupf auf einem Schwarzwaldhof und arbeitet dort als Magd. Immer wieder kommt es zwischen der ledigen Mutter Irmi und der Jungbäuerin zu Konflikten. Dass ihr Kind nicht in der Kirche getauft werden darf und einen Vormund braucht, erträgt sie nur, weil sie trotz allem immer wieder auch Menschen mit warmem Herzen findet, die zu ihr stehen.

Auch warme Herzen zu finden

Einer von ihnen ist ihr Bruder Miggi, der seine Schwester zu seiner Hochzeit eingeladen hat, aber der Vater seine Tochter als ledige Mutter wieder aus dem Haus werfen will. Musikalisch umrahmt wurde die ergreifende Autorenlesung in der Mediathek von der Elsässerin Colette Greder mit französischen Chansons und vom Ukrainer Andre Ichtchenko am Akkordeon.