Mit der Ankunft der ersten 70 Flüchtlinge in der neuen Wehrer Gemeinschaftsunterkunft im Egerten beginnt nun die eigentliche Arbeit für den Wehrer Helferkreis. Am ersten Ankunftsftstag sind die ehrenamtlichen Helfer noch nicht in Erscheinung getreten, um die Neuankömmlinge nicht zu überfordern. Im Vordergrund standen zunächst Formalitäten und das Einleben in der neuen Umgebung. Aber wie geht es nun weiter? Wir klären die wichtigsten Fragen.

1Der Helferkreis – was ist das überhaupt? Nicht alle Aufgaben rund um die Integration der Flüchtlinge können von den Ämtern übernommen werden. Daher hat sich wie in allen anderen Gemeinden ein ehrenamtlicher Helferkreis gebildet, der sich um die Betreuung kümmert. Neben caritativen Vereinen und Organisationen haben sich in Wehr und Öflingen rund 80 Frauen und Männer bereit erklärt, sich bei der Integration von Flüchtlingen zu engagieren. Der Kreis hat zunächst keinen Vereinsstatus, sondern ist ein loser Zusammenschluss. Die Koordination liegt beim Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz.

2Welche Aufgaben übernimmt der Helferkreis? Neun Arbeitsgruppen hat der Helferkreis gebildet, die das gesamte Spektrum der Hilfsmöglichkeiten abbilden: 1. Willkommenskultur, 2. Sprachförderung, 3. Spielenachmittage für Kinder, 4. Hausaufgabenhilfe, 5. Fahrdienste und Begleitung zu Behörden, 6. Café International, 7. Sachspenden, 8. Sport, 9. Öffentlichkeitsarbeit .

3Kann ich Kleider, Spielsachen oder Haushaltsgegenstände spenden? Aktuell wird noch von Sachspenden abgeraten. Zum einen, weil es noch keinen Platz für ein Lager gibt. In Planung ist derzeit eine Kleiderkammer, in der gesuchte Kleidungsstücke abgegeben werden können. „Noch gibt es dazu aber keine Räumlichkeiten“, erklärt Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz. Zum anderen ist noch nicht genau klar, welche Kleidungsstücke überhaupt gebraucht werden. Möbel werden vorläufig nicht gebraucht. Dringend abgeraten wird davon, Gegenstände direkt zur Gemeinschaftsunterkunft zu bringen. Vom Landkreis wurde das Haus mit einer Grundeinrichtung ausgestattet. Darüberhinaus gibt es nur wenig Möglichkeiten für die Flüchtlinge, persönliche Gegenstände unterzubringen.

4Wie kann ich mich engagieren? Mit Geldspenden: Bei der evangelischen Kirchengemeinde Wehr wurde ein Sonderkonto für die Flüchtlingsarbeit eingerichtet. Volksbank Rhein-Wehra, IBAN: DE68 6849 0000 0010 0065 03, Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe.

Mitarbeit ist den einzelnen Arbeitsgruppen ist natürlich weiterhin möglich, zum Beispiel bei Sprachkursen. Informationen hierzu gibt es beim Ordnungsamt oder auf der Internetseite www.integration-wehr.de

5Wieviele Flüchtlinge werden noch erwartet? In der Gemeinschaftsunterkunft im Egerten gibt es Platz für insgesamt 134 Menschen. Pro Person sind 4,5 Quadratmeter vorgesehen. Die Unterbringung erfolgt in Mehr-Bett-Zimmern, je nach Größe der Familie. Pro Familie steht ein Zimmer zur Verfügung. Wann die Unterkunft voll belegt sein wird, ist noch nicht absehbar. Weitere 138 Flüchtlinge werden im Laufe des Jahres in den Öflinger „Bayer-Häusern“ untergebracht. Der Landkreis saniert die Häuser derzeit, damit sie den Bauvorschriften für die Flüchtlingsunterbringung entsprechen.