Bürgermeister Michael Thater und die Gemeinderäte sind voll des Lobs für den Integrationsmanager Christoph Schmitt als „Aushängeschild“ für Neuankömmlinge in Wehr. Seit Mai 2018 betreut Schmitt nun alle Geflüchteten mit Bleibeperspektive. Die Arbeit und auch Herausforderungen sind in dieser Zeit nicht weniger geworden, wie Schmitt am Dienstag im Gemeinderat berichtete.

Aktuell ist Schmitt für mehr als 170 Menschen in Wehr zuständig. Er hilft dabei, in Deutschland und im Wehratal anzukommen. Das kann die Vermittlung eines Sprachkurses sein oder auch Hilfe beim Kontakt mit Behörden. Denn anders als Einheimische haben Geflüchtete eben kein Sicherheitsnetz, keine Freunde und Familie, die man um Hilfe bitten kann. Die großen Themen Wohnung und Arbeit seinen in den vergangenen zwei Jahren als roter Faden geblieben.

Großes Arbeitsfeld

In seiner Zeit in Wehr konnte Schmitt bereits einiges leisten: 113 Integrationspläne wurden erstellt, 548 Beratungsgespräche geführt. Von der Zulassung eines Autos über die Mitgliedschaft im Verein bis hin zu Kontakt mit dem Jobcenter konnte der Integrationsmanager dabei helfen, Geflüchteten Menschen beim den Start in ein geregeltes Leben am Hochrhein zu unterstützen.

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In der Praxis habe sich gezeigt, dass Integrationspläne mit festen Fristen nicht immer zielführend sein, erklärt Schmitt im Gemeinderat: Wenn ein Sprachkurs länger dauert, ein Integrationskurs wiederholt wird sei schnell der gesetzte Rahmen gesprengt. Das einige Personen nicht von ihm betreut werden, hat verschiedene Gründe: Die angebotene Hilfe wird nicht von jedem gewünscht. Manchmal sorgen aber auch Sprachbarrieren dafür, dass man nicht zusammenkommt, erklärt Schmitt.

Bürokratische Hürden

Im Alltag hat Christoph Schnitt vor allem mit bürokratischen Hürden zu kämpfen: Immer noch macht die Dokumentation seiner Arbeit rund 60 Prozent seines Arbeitstages aus. „Ganz genau genommen muss ich jedes noch so kleine Gespräch, selbst Zufallstreffen auf der Straße, erfassen“, so Schmitt im Gemeinderat.

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Datenschutz erschwert manches

Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden wird durch die Datenschutzgrundverordnung erschwert, einfache Auskünfte per Telefon sind so von der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten abhängig. Auch deshalb investiert Schmitt viel Zeit in Kontaktpflege: „Mein Netzwerk hat sich inzwischen extrem vergrößert, sowohl in der Region als auch darüber hinaus.“ Weiterbildungen und Termine nutze er auch immer für den Austausch mit seinen Kollegen. Diese sind mittlerweile ein rares Gut, der Markt für Integrationsmanager ist in Deutschland praktisch leer gefegt.

Trotzdem arbeitet Schmitt weiterhin von Befristung zu Befristung. Erst kürzlich hat das Sozialministerium eine Förderungsverlängerung für seine Stelle auf fünf Jahre, jetzt bis 2023, genehmigt. Von Lebensplanung bis hin zur Kreditaufnahme stellt dies für den 39-Jährigen eine große Herausforderung dar. Schmitt ist trotzdem mit Herzblut dabei: „Ich arbeite hier mit einem tollen Team zusammen, als Chef ist Stefan Schmitz für mich immer als Ansprechpartner da“, freut sich Schmitt.