Seit dem 1. Mai steht Christoph Schmitt als Integrationsmanager der Stadt Wehr und den 190 Flüchtlingen in Anschlussunterbringung mit Rat und Tat zur Verfügung. Zunächst befristet für zwei Jahre soll der gebürtige Saarländer Flüchtlingen mit Bleibeperspektive bei der Integration unterstützen.

Herzlich aufgenommen und bereits gut vernetzt hat Christoph Schmitt in den ersten eineinhalb Monaten bereits mit 56 Geflüchteten Integrationspläne aufstellen können. „Das Interesse und Bedarf sind auf jeden Fall da“, stellt Schmitt fest. Der 37-Jährige bringt bereits zwei Jahre Erfahrung im Integrationsmanagement im saarländischen Blieskastel mit. Den Hochrhein hat er durch seine Lebensgefährtin kennen und schätzen gelernt. Für die Integrationspläne erfasst Schmitt aktuell zunächst die beruflichen und persönlichen Hintergründe der Wehrer Flüchtlinge. Im persönlichen Gespräch wird dann über Unterstützungsbedarf gesprochen. „Ich biete aufsuchende Hilfe an“, erläutert Schmitt das Konzept, denn eine Verpflichtung zur Mitarbeit gebe es nicht. Doch sei die Resonanz bisher gut gewesen. „Besonders hinsichtlich der Sprache ist man in Wehr auf einem sehr guten Weg“, freut sich Schmitt nach den ersten persönlichen Gesprächen. Gerade viele der jungen Menschen würden bereits so gut Deutsch sprechen, dass eine reguläre Lehre möglich sei. Hier kann der Integrationsmanager etwa bei Bewerbungsunterlagen helfen oder Kontakte vermitteln. Ein wichtiger Bereich ist auch die Hilfe beim Kontakt mit Ämtern und Behörden. Das drängendste Problem sei aber die Wohnsituation: trotz Aufenthaltsgenehmigung leben viele Familien immer noch in der Gemeinschaftsunterkunft, weil keine Wohnung zu finden ist.

Mit Christoph Schmitt habe man aus über 40 Bewerbern einen erfahrenen Kandidaten ausgewählt, freut sich Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz über den neuen Kollegen. Fast ein Jahr habe es nach dem Pakt für Integration gedauert, bis eine entsprechende Verwaltungsvorschrift die Möglichkeit einer Neuanstellung eröffnete. Dann ging mit dem Beschluss des Gemeinderats im März alles ganz schnell und innerhalb von drei Monaten war der neue Integrationsmanager gefunden. Die Stelle wird mit knapp 51 000 Euro aus Landesmittel finanziert. Die Stadt Wehr steuert jährlich 51 Euro bei, da zum Zeitpunkt der Antragstellung nur 64 Personen statt der mindestens 65 für einen Integrationsmanager notwendigen Flüchtlinge in Wehr lebten. Mittlerweile habe man die Vorgabe allerdings mit 190 Personen um ein Vielfaches überschritten, stellt Stefan Schmitz fest.