Die Wehrer Bürger werden wohl bald höhere Gebühren für das Abwasser bezahlen müssen. Laut der Sitzungsvorlage für die Verwaltungs- und Finanzausschusssitzung am kommenden Montag erhöht sich der Preis für einen Kubikmeter Abwasser ab 1. Januar 2020 von 1,75 Euro um 18 Cent auf 1,93 Euro. Diese Gebühr teilt sich auf in eine Klärgebühr (1,57 Euro pro Kubikmeter) und eine Kanalgebühr (36 Cent). Die Niederschlagswassergebühr beträgt pro Quadratmeter versiegelte Fläche 31 Cent. Der Gemeinderat muss der Anpassung in einer seiner nächsten Sitzungen noch zustimmen. Als Grund für die Gebührenanpassung nannte Bürgermeister Michael Thater in der jüngsten Gemeinderatssitzung unter anderem die Schließung der Textilveredelung Dreiländereck im kommenden Jahr, wodurch die Kläranlage einen wichtigen Gebührenzahler verliere. 

Bislang habe der Betrieb rund 15 Prozent der Abwassermenge geliefert. Die kaufmännische Geschäftsführerin des Eigenbetriebs Andrea Frommherz hat in den vergangenen Wochen mit externer Hilfe die Gebühren für die kommenden drei Jahre kalkuliert. Bürgermeister Michael Thater wies darauf hin, dass die Gebühren vor drei Jahren um 25 Prozent gesenkt worden seien, auch nach der Gebührenerhöhung werde der frühere Stand aber nicht erreicht. In zwei Schritten war die Abwassergebühr seit 2017 von 2,32 Euro auf 1,75 Euro gesunken.

Das Jahr 2018 schloss der Eigenbetrieb Abwasser mit einem Gewinn von rund 98.000 Euro ab. Gleichzeitig konnte die Verschuldung um 375.000 Euro auf 9,2 Millionen gesenkt werden. Am Dienstag gewährte der Gemeinderat dem Eigenbetrieb ein neues Trägerdarlehen der Stadt in Höhe von einer Million Euro, das durch den Bau der neuen Klärschlammfaulungsanlage nötig wurde. Das Trägerdarlehen bietet sowohl für Eigenbetrieb als auch für die Stadt Vorteile: Der Eigenbetrieb erhält mit drei Prozent einen vergleichsweise niedrigen Zinssatz. Für die Stadt ergibt sich durch die Zinseinnahmen des Trägerdarlehens im Vergleich zur Geldanlage am Kapitalmarkt eine verbesserte Rentabilität.