Die Marc-Garnier-Orgel in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Gebührend gefeiert wurde das Jubiläum trotz Corona, wenn auch etwas anders. Festgottesdienste, ein Orgelpaket, digitale Angebote, darunter eine Orgelführung und zum Abschluss eine digitale Fragestunde zur Orgel in einem virtuellen Meeting mit Orgelbauer Marc Garnier und Kantor Matthias Flierl als Moderator rundeten die Festlichkeiten ab.

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„Aber so schön unsere Orgel ist, sie wäre stumm ohne einfühlsame Menschen, die ihr ein Lob entlocken“, bedankte sich Dekanin Christiane Vogel im Festgottesdienst bei Organist und Kantor Matthias Flierl und der Kantorei Hochrhein. Circa 18 Personen nahmen dann an der digitalen Fragestunde mit Marc Garnier teil, der sich aus seinem neuen Wohnort in Japan, Ortszeit 2 Uhr nachts, zugeschaltet hatte. Von nicht ganz so weit her kam Orgelbauer Magnus Weiß, der aktuell in Norwegen wohnt und die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Garnier wahrnahm. Einige Fragen hatten die anderen Teilnehmer aber auch.

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So wollte Rosemarie Flierl zum Beispiel wissen, warum der Orgelbauer, der aus Belfort in Frankreich stammt, jetzt in Japan lebt. „Das war eigentlich reiner Zufall“, erklärte Garnier. „Ich hatte damals eine Orgel in Straßburg gebaut und ein Professor aus Japan hatte die Orgel gesehen und mich gefragt, ob ich nicht eine in Japan bauen wollte.“ Eigentlich habe er nicht dort bleiben wollen, aber dann sei er doch dort geblieben. „Ich habe mich erwünscht gefühlt“, sagte Garnier.

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Dekanin Vogel wollte wissen, ob es Absicht war, dass die Garnier-Orgel in Waldshut die Form eines Davidsterns habe. Er habe das tatsächlich bewusst gemacht. Die Kirche selbst habe eine asymmetrische Form, da habe er keine asymmetrische Orgel bauen können. „Das Instrument darf keine Konkurrenz sein, es muss etwas dazugeben“, erklärte der Orgelbauer.

Feierlicher Gesang bildete den Rahmen des Festgottesdienstes in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut, der zum 25-jährigen Bestehen der Marc-Garnier-Orgel stattfand. Im Bild ein Teil der Sänger der Kantorei Hochrhein (von links): Fred Böttcher, Verena Barabas und Sibylle Otte.
Feierlicher Gesang bildete den Rahmen des Festgottesdienstes in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut, der zum 25-jährigen Bestehen der Marc-Garnier-Orgel stattfand. Im Bild ein Teil der Sänger der Kantorei Hochrhein (von links): Fred Böttcher, Verena Barabas und Sibylle Otte. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Zum Orgelbau selbst sei er damals durch einen Freund gekommen, sehr gegen den Willen seiner Eltern, die sich einen anderen Beruf für ihren Sohn gewünscht hätten. Aktuell widmet Garnier sich seiner anderen Leidenschaft, der Musik: „Ich will jetzt Musik machen, etwas, was ich 23 Jahre nicht konnte“, sagte der Orgelbauer schmunzelnd, der an musikalischen Variationen für das Vaterunser arbeitet.