Für seine Verdienste um die Justus-von-Liebig-Schule Waldshut und den Ausbildungs- und Studienstandort Landkreis Waldshut hat Thomas Gehr bei seiner Verabschiedung die Verdienstmedaille des Landkreises in Silber erhalten.

Landrat Martin Kistler ehrte den scheidenden Schulleiter als multitalentierten „Bürgermeister im Mikrokosmos Schule“, der stets im engen Dialog gestanden habe mit Schülern, Eltern und Lehrern sowie Behörden, Vereinen und Betrieben. Gehr geht nach elf Jahren an der Spitze der Justus-von-Liebig-Schule (JLS) in den Ruhestand, ihm folgt Andreas Ackermann nach.

Verdienste für den Landkreis

In seiner Lobrede hob Kistler insbesondere Gehrs Verdienste für den Landkreis hervor, etwa die die Umsetzung der Reform in den Pflegeberufen hin zur Generalistik und die Einrichtung des Bachelor-Studiengangs in Sozialpädagogik und Management mit der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld. „Da kann ich den Eindruck verstehen, Schulleiter hätten einen der vielseitigsten Jobs der Welt“, schloss der Landrat.

Nach Musikstücken, dargeboten von einigen Lehrern und Schülern, war es an der Schülersprecherin Sophie Schweiz und Elternsprecher Jonathan Neumann, ihrem Rektor Dank zu sagen, vor allem für seine Offenheit, seine Zugewandtheit und seine Präsenz. „Sie waren überall sehr beliebt, und uns war lange nicht klar, was Sie eigentlich als Hauptjob machen.“

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Dass der Beruf tatsächlich mit den unterschiedlichsten Terminen einhergehe, erläuterte denn auch Frank Decker. Oft fühle man sich fremdbestimmt, „aber jetzt beginnt der nächste Lebensabschnitt: endlich über das eigene Tempo bestimmen“. Etwa auf dem hölzernen „Ruhebänkle“, das der geschäftsführende Schulleiter aller beruflichen Schulen des Landkreises als Geschenk überreichte.

Für seine Unterstützung der Partnerschaft mit Ruanda dankten Peter Schallmayer vom Personalrat ebenso wie Schwester Colette, ehemals Schulleiterin der Partnerschule Collège Immaculée Conception und eigens aus Ruanda angereist, sowie Thomas Kaiser vom Förderverein der JLS.

Rede in Ruanda sorgt für Jubel

Gerne erinnere man sich an einen gemeinsamen Besuch in dem ostafrikanischen Land, als eine spontan gehaltene Rede in brütender Hitze vor zahllosen Menschen für Jubel gesorgt hätte. „Wir waren beeindruckt, aber wir waren auch beruhigt, denn wir durften unseren Schulleiter wieder mit nach Hause nehmen“, sagte Schallmayer mit einem Augenzwinkern.

Wie bei der Grammy-Verleihung käme er sich nun vor, zeigte sich Gehr am Ende zutiefst berührt. Er dankte für die jahrelange Unterstützung auf allen Ebenen, von der Schülerschaft bis ins Regierungspräsidium.

„Deswegen war es auch babyleicht, Schulleiter zu sein.“ Und er schloss mit einem Appell an Politik und berufliche Bildung, niemals den Kontakt zueinander zu verlieren.

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