Schon von Weitem sichtbar erhebt sich die große Kuppel des Zirkus Charles Knie am Festplatz an der Wutach in Tiengen und lässt erahnen, dass sich darunter wohl größeres ereignet.

In zwei Jahren pandemiebedingten Stillstands hatte der Zirkus Charles Knie viel Zeit zum Nachdenken. Diese hat man gut genutzt und stellte zum Comeback das Showkonzept komplett um. Es habe Mut erfordert, die neuen Ideen und Showelemente umzusetzen und gleichzeitig nicht alles Traditionelle über Bord zu werfen:

Lust auf etwas Neues

„Wir wollten uns verändern, nicht weil wir mussten, sondern weil wir selbst Lust hatten, etwas ganz Neues zu machen“, erklärt Zirkusdirektor Sascha Melnjak. So entstand nach eigenen Angaben die größte transportable Wasserbühne Europas im Zentrum der Manege, die mit 100.000 Litern Wasser befüllt ist.

300 Pumpen und integrierte Lichteffekte sorgen auf drei ausfahrbaren Ebenen für lichtumflutete Fontänen, die bis zu 15 Metern hoch in die Kuppel des Zeltes schießen. Auch pyrotechnische Effekte und eine neue Lichtanlage sowie Lasertechnik gehören zu den Neuerungen. Trotzdem bleibe der Zirkus Charles Knie ein echter Zirkus mit Unterhaltung für die ganze Familie.

Devin de Bianchi zeigt ästhetische Handstandartistik.
Devin de Bianchi zeigt ästhetische Handstandartistik. | Bild: Melanie Mickley

Da die Tiere des Zirkus, bis auf die Papageien und Hunde, nun im Tier- und Freizeitpark am Stammsitz in Einbeck weilen, gibt es jetzt mehr als 40 Akteure. „Das ist die bislang größte Truppe, die jemals mit dem Zirkus Charles Knie auf Tournee war“, sagt der Zirkusdirektor. Diese werden mit einer Komposition aus Licht, Musik und Wasserfontänen in Szene gesetzt.

1000 Zuschauer bei der Premiere

So auch bei der ersten Vorstellung am Mittwochnachmittag in Tiengen, zu der sich mehr als 1000 Zuschauer einfanden. Tiere gab es dennoch, wie zum Beispiel die bunten Papageien von Laura Urunova, die zur Freude der Besucher frei über deren Köpfe hinwegflogen, auf Zuruf aber sofort zurückkamen und sich auch gerne eine Pause in ihren kleinen Liegestühlen gönnten.

Zum bunten Treiben mit den Papageien holte sich Laura Uranova zwei kleine Helferinnen aus dem Publikum.
Zum bunten Treiben mit den Papageien holte sich Laura Uranova zwei kleine Helferinnen aus dem Publikum. | Bild: Melanie Mickley

Großes Staunen gab es für Lorenzo Bernadi, der Mann, der so biegsam ist, dass er in eine Box passt. Ästhetische Artistik zeigte Devin De Bianchi und das Duo Lugo präsentierte ein Lasershow-Spektakel, was vor allem das jüngere Publikum begeisterte.

Lorenzo Bernardi – der Mann, der in eine Box passt.
Lorenzo Bernardi – der Mann, der in eine Box passt. | Bild: melanie MickleyMelanie Mickley

„Wie kann das sein?“ – Das fragten sich die Zuschauer bei Jidinis Magic-Show, als vor deren Augen plötzlich und scheinbar aus dem Nichts ein Motorrad auftauchte.

Jidinis Magic-Show gibt Rätsel auf.
Jidinis Magic-Show gibt Rätsel auf. | Bild: Melanie Mickley

Einen Weltrekord hält die Truppe Robles, die mit allen Artisten gleichzeitig in zehn Metern Höhe das Seil überquerten.

Die Truppe Robles übergeht gleichzeitig das Seil in zehn Metern Höhe.
Die Truppe Robles übergeht gleichzeitig das Seil in zehn Metern Höhe. | Bild: Melanie Mickley

Zwischendurch gab der Clown-Comedy-Star César Dias der Verzweiflung einen Namen und dem Scheitern eine Chance, was bei Klein und Groß gleichermaßen gut ankam.

Er brachte alle zum Lachen: Preisgekrönte Clown-Comedy mit César Dias.
Er brachte alle zum Lachen: Preisgekrönte Clown-Comedy mit César Dias. | Bild: Melanie Mickley

Zum Finale versprühte das Show-Ballett mit seinen bunten Federkostümen noch Las-Vegas-Atmosphäre. Diese und weitere Darbietungen sorgten mit ihrer Inszenierung für eine kurzweilige Show, bei der buchstäblich alle Sinne geflutet wurden. Dem Publikum in Tiengen hat es gefallen und honorierte die zweistündige Vorstellung mit stehenden Ovationen.

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